Louisiana & New Orleans

Spätestens seit Margaret Mitchells „Vom Winde verweht“ ist auch bei uns der amerikanische Süden bekannt. Über den weiten braunen Schlingen, in denen sich der Mississippi zum Golf von Mexiko zum offenen Meer hin wälzt, spürt man die dumpfe Hitze des tiefen Südens. Das Klima von New Orleans im Sommer ist alles andere als angenehm: 102 Grad Fahrenheit (39 Grad C) und eine Luftfeuchtigkeit von 100%.  In wenigen Minuten ist man völlig durchnässt Der romantische Zauber der Landschaft tritt auf diese Weise in den Hintergrund. Was bleibt, ist der Sturm auf klimatisierte Räume. Wer es sich aussuchen kann, sollte nach Louisiana in den Monaten Oktober und November fliegen, dann ist es hier frühlingshaft mild und die Luftfeuchtigkeit beträgt kaum über 20 %. Der Besucher von New Orleans sollte sich, egal ob gewohnter Amerika-Reisender oder nicht, mit einigen Dingen vertraut machen, die abseits vom sonstigen US Klischee liegen: Hier im tiefen Süden, in Louisiana am Mississippi und in New Orleans am Golf, wird auch heute noch ein Mischmasch aus Englisch und Französisch gesprochen, das manchmal fast unverständlich wird.

 

Wichtigster Wirtschaftsfaktor: Fremdenverkehr

New Orleans ist eine bedeutende Hafenstadt im Mississippi-Delta. Das finanzielle Schwergewicht für den Staat Louisiana und den gesamten Süden der USA liegt heute fast ausschließlich im Fremdenverkehr. Die Nächtigungen hier in New Orleans und im

Delta gehen in die zig Millionen. In der Karnevalszeit, dem berühmten „Mardi Gras“ ist buchstäblich im gesamten Golfgebiet und im Mississippi Delta kein Hotelzimmer zu bekommen. Der Ausweg für die Touristen: Man bucht sehr lange im voraus. Das Gros der Touristen in New Orleans stammt aus den USA selbst: rund 75 bis 80%. Der Rest verteilt sich auf Asien und Europa, wobei in den letzten Jahren die Besucher aus den EU Ländern prozentuell im Vormarsch sind.

 

Südstaatenflair und Voodoo Kult

Den Touristen aus aller Herren Länder hier ist gemeinsam, daß sie das „andere Amerika“ sehen wollen. Die Amerikaner suchen das Flair der Südstaaten ohne Hast und vor allem ohne das gewohnte „fast food“, die Asiaten und Europäer das fröhliche und

unbekümmerte Nebeneinander eines Völkergemisches, entstammend den französisch/spanischen Siedlern, englischen Einwanderern und Kreolen, den Mischlingen zwischen Weißen und Schwarzen. Bei den Europäern kommt noch das Interesse an Sumpftouren (in das SwampLand) zu den Alligatoren und das Kennenlernen des Voodoo Kultes hinzu.

New Orleans wurde von den Franzosen im Jahre 1718 gegründet, sein ursprünglicher Name war „Sieur de Bienville“. Der heutige Name der Stadt geht auf den Herzog von Orleans zurück, den damaligen Regenten von Frankreich. Zur Zeit der Gründung war New Orleans nicht mehr als ein von Pelzjägern und Goldsuchern bewohntes Dorf, das wegen des ungesunden Klimas und der zahlreichen Fiebersümpfe in der Umgebung in den ersten Jahren kaum an Einwohnerzahl zunahm. Nach der

Trockenlegung der Sümpfe und Anlegung von künstlichen Wasserstrassen (Bajous) gelang es, ein halbwegs erträgliches Klima zu schaffen, das die Stadt im 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Handelshafen heranwachsen ließ. Im Jahr 1803 wurde die Stadt –zusammen mit Louisiana und weiteren Teilen der heutigen Vereinigten Staaten – von Napoleon an die Amerikaner verkauft.

Für die Engländer, die mit den Vereinigten Staaten mehrmals Krieg geführt hatten, erlangte New Orleans traurige Berühmtheit: die Briten griffen im Jänner 1815 trotz des Friedensschlusses von Gent New Orleans an und erlitten gegen den späteren Südstaatengeneral Andrew Jackson, der sich mit französischen Freischärlern unter Jean Lafitte verbündet hatte, eine der größten Niederlagen ihrer Kriegsgeschichte. Von Ausflugsdampfern aus können Touristen heute noch das ehemalige Schlachtfeld östlich von New Orleans und den anschließenden Nationalfriedhof (Chalmette National Historical Park) besichtigen.

 

French Quarter

Das Herz von New Orleans stellt das „French Quarter“ dar, das auch noch unter dem Namen „Vieux Carre“ (altes Viereck) bekannt ist – der Name kommt vom Exerzierplatz in der Mitte des alten Orleans, den die Franzosen im 18. Jahrhundert angelegt haben. Heute ist dieser Platz mit der Statue des Südstaaten Generals Jackson der Mittelpunkt des French Quarter.

 

French Quarter, das ist ein New Orleans, wie man es von den Filmen über die Südstaaten Epen her gewohnt ist, geschaffen für Müssiggänger und Touristen. Und so gar nicht in das übrige Amerika passend. Die Häuser sind entweder ebenerdig oder einstöckig und fast durchwegs mit schmiedeeisenen Balkonen verziert. Die Namen der Strassen zergehen förmlich auf der Zunge: Toulouse, Saint Louis, Burgundy, Dauphine Street, Chartres Avenue usw. Über allem herrlichen Essen schwebt stets der Klang des heimischen Jazz, der den Touristen nicht nur in den Lokalen und bei den Kreuzfahrten, sondern auf Schritt und Tritt auf Plätzen und Gassen des „French Quarter“ begleitet.

 

Fazit: Man sollte den tiefen Süden Amerikas unbedingt einmal kennenlernen, sich vom Südstaatenflair verzaubern lassen, in die VoodooWelt eintauchen und sie auch "vorsichtig antasten" – ein bleibender Eindruck wird’s alle Mal – und ein Wiederkommen ist nicht ausgeschlossen.