Dieses Land kennt weder Stress noch Hektik

Eine Rundreise durch Südindien: Tamil Nadu an der Ostküste von Südindien

Die Geschichte dieser Stadt geht mehr als 2.000 Jahre zurück. Phönizer, Griechen, Chinesen, Portugiesen, Franzosen und später die britische Ostindienkompanie trieben den Handel voran. Zeuge dieser Blütezeit (der überragenden Drawidakultur) ist die großartige Architektur der Tempel und Paläste sowie die reiche Handwerkskunst.

Die Hauptstadt Chennai (seit 1996) - ehemals Madras genannt - die ein wichtiges Zentrum des Britischen Empires war – ist mit rund fünf Millionen Einwohnern nach Kolkatat, Mumbai, Bangalore und Delhi fünftgrößte Stadt Indiens. Die Mehrheit der Bevölkerung sind Hindus danach folgen Christen, Muslime sowie Jainas. Chennai befindet sich an der Koromandelküste am Golf von Bangal – man kennt es auch als „Portal des Südens“.

Die Hafenstadt ist geprägt durch ihre Geschichte, die goldenen Sandstrände, Ruhe und Gelassenheit sowie vielseitiger Traditionen - und das zog unsere Gruppe auch in diese - noch ein wenig in der Vergangenheit lebende – Metropole; wollten wir doch einen Kontinent bereisen, für den Stress noch ein unbekanntes Wort ist.

 

Chennai hat 10 Zonen, welche in 155 Stadtvierteln unterteilt sind und den zweitlängsten Sandstrand der Welt (13km): Marina Beach.

Sehenswertes

Fort Sant George ein Kolonialzeit Denkmal das heute die Regierung, das Parlament und ein Museum beherbergt, die in London befindlichen und hier nachgebaute St. Andrew’s Church, der höchste Berg in der Stadt San Thomas Mount (67m), der acht kleinste Nationalpark Indiens – „Guindy National Park“ (82 km2 befindet sich in Privatbesitz) das Madras Government Museum (mit Schnitzereien hinduistischer, buddhistischer und jainistischer Götter, südindische Musikinstrumente, Schmuck und bronzene Götterbildnisse aus der der Pallava - und Chola Periode), das Wahrzeichen Chennais der sehenswerte rote Bau mit Kuppeln, Madras High Court (Justizpalast), die Universität oder das wunderschöne weiße - an "die Kolonialzeit" erinnernd" - Corporation of Chennai (die älteste Stadtverwaltung Indiens), seit 1913 besteht das Ripon Gebäude schon, das Sitz der Stadtverwaltung ist.

Kanchipuram,die Goldene Stadt

Eine der ältesten Städte Südindens auch genannt „Stadt der tausend Tempel“ - heute sind davon noch ca. 200 erhalten; ihr glanzvoller Höhepunkt war als sie Hauptstadt des Pallavas Imperiums war. Aus dieser Zeit stammen die einzigartigen Tempelkomplexe.

 

Heute ist die Stadt eine der sieben heiligen Orte des Hinduismus. Verehrt werden vor allem die Götter Vishnu und Shiva. Kanchipuram ist bekannt für seine kostbar gewebten Silbersaris, Kupfer- und Bronzefiguren, Sandelholz und traditionellen Tempelschmucks aus Gold und roten Steinfassungen.

Ekambareswar Tempel (16. Jhd): er ehrt Shiva und ist einer der größten Tempelkomplexe. Der 58 m hohe Gopuram (Tempelturm) über dem Eingangs(süd)tor ist üppig mit farbenprächtig bemalten Figuren geschmückt; die vielen herum springenden Affen an diesem Tempel sind die Touristenattraktion.

Übrigens alle Tempel dürfen nur ohne Schuhe betreten werden! Die Hauptattraktion ist der 2.500 Jahre alte Mangobaum im Zentrum des Hauptschreins in einem der fünf Innenhöfe. Weitere Schreine und zwei Teiche schmücken das Gelände,

Kailasantha Tempel

Noch älter, auch Gott Shiva geweiht - ist der noch gut erhaltene, aus Sandstein gebaut und mit Wandmalereien verzierte Kailasanathar Tempel. 58 kleine Schreine umgeben den Hauptschrein mit hunderten Sandsteinfiguren wie z.B. stehende Löwen - ein Symbol der Pallavaherrscher oder auch Nandhi, der Stier, das Gefährt Shivas, der von einem vierstöckigen Tempelturm überragt wird. Eine freistehende pompöse Pfeilerhalle schließt östlich an den Tempel an; über dem östlichen Eingangstor ragt ein Turm in die Höhe, der Merkmale der prachtvollen Gopurams aufweist.

Schau-Weberei Saree Swamy Silk House 

Die Weberei in Kanchipuram befasst sich mit der Herstellung typischer indischer Frauen-Bekleidung. Die exklusive Sari-Erzeugung, seit vier Jahrhunderten bekannt, ist nicht nur ein wichtiger Wirtschaftszweig für Stadt und sondern für ganz Indien.

Mamallapuram - bekanntestes Reiseziel in Tamil Nadu

Liegt an der Bucht von Bangal, gegründet im 7. Jhd., und bekannt als “Wiege der Tempelbaukunst”, für seine wundeschönen Strände und als UNESCO Weltkulurerbe.

Sea Shore Tempel

Der älteste Steintempel direkt am Ufer der Bucht von Bengal, er ist der Sea Shore Tempel (Küstentempel) - mit seinem über das Heiligtum erhebenden Tempelturm samt seinen Zwillingsschreinen- Gott Shiva geweiht, umgeben von Nandhiskulpturen - ist das einzige noch erhaltene Gebäude der sieben Tempel. Sechs von ihnen wurden von der See verschluckt.

Die fünf (Dharmaraja, Bhima, Draupadi, Sahadeva und Arjuna) Rathas (hindustischer Tempel- Prozessionswagennachbildung) sind eine große Gruppe Monolithentempel, wobei jeder von ihnen ein Prototyp der Dravida-Tempelarchitektur ist.

Sie sind vollständig mit Steinskulpturen bestückt –beispielsweise stehen vor dem Draupadi Rahta zwei kleinere Felsskulpturen in Form eines Elefanten und Löwen – sie erzählen die Geschichten und Mythologie der Hindureligion und werden als Architekturmodelle betrachtet, die Tempel wurden nie benutzt. 1985 erhob die UNSECO diesen Tempelbezirk zum Weltkulturerbe.

Mamallapuram, ein kleines Dorf am Meer

hier steht die Statue des großen Dichterheiligen und Poeten Tiruvalluvar, die einem traditionellen Tempelwagen nachgebildet ist.

Arjunas Buße, möglicherweise das größte Flachrelief der Welt

Das Relief von 12 x 33 m ist in zwei mächtige Felsen gemeißelt. Berühmt u.a. auch wegen der im Spalt befindlichen Abbildung Shivas über den Ruinen eines Wassertanks (Ganges); man sieht über 400 Figuren u.a. Affen- und Elefantengruppen, Götter aber auch Menschen. Der Name stammt aus dem Epos Mahabharatha (Arjuna bittet die Götter um eine unschlagbare Waffe). Auch das frühe indische Dorfleben ist abgebildet.

 

Besonders beliebt ist das Fotomotiv Balancing Rock - „Butterball Krishnas“ - eine auf einem Felsrücken liegende Felskugel, bei der man ständig das Gefühl hat, sie könnte jeden Moment herunterrollen.

Pondicherry (neues Dorf) 

Ehemalige französische Kolonie an der Küste. Als Relikte dieser Zeit zeugen heute noch katholische Kirchen oder das French Quarter: wie beispielsweise das Rathaus, die ehemalige Residenz des Gouverneurs von Französisch Indien, das Pondicherry Museum und die älteste öffentliche Bibliothek Indiens, die Romain Rolland Bibliothek.

Etwas weiter entfernt - nämlich an der Küstenstrasse mit Uferpromenade Gaubert Salai steht die etwa 4 m hohe und beeindruckende Figur Mahatma Gandhi, umringt von acht noch höheren Granitpfeilern sowie der sehenswerte Leuchtturm aus dem 19. Jhd.

Weiters angesiedelt sind hier der Bischofssitz Notre Dame de la Conception Immaculee, die Church Sacred Heart of Jesus (Herz Jesu Kirche, größter Komplex in Ponticherry im gotischen Stil mit wunderschönen farbenprächtigen Glasfenstern) oder die weiße „Marmorkirche“ Notre Dame des Anges (beeindruckende Kuppel und das Gemälde Maria Himmelfahrts – übrigens ein Geschenk von Napoleon III.)

Der farbenprächtige pittoreske Gemüse- und Obstmarkt in den engen verstaubten Gassen, wo alles auf der Strasse ausgelegt ist und zwischen dem heilige Kühe, Ziegen und hungrige Hunde umherlaufen, um ein wenig Futter zum Überleben zu erwischen, (auf den indischen Märkten hat ein Europäer das Gefühl, hier ist die Zeit stehengeblieben!)                                        

Thanjavur 

Heute ist die Stadt Verwaltungssitz und beherbergt die Tamil Universität. Vor rund 1.000 Jahren war sie die alte Hauptstadt des mächtigen Chola Imperiums, die ihren Reichtum nutzten, um unzählige Tempel und Schreine zu errichten.

Brihadeshware Tempel

Das prächtigste historische Bauwerk ist der 95m hohe Brihadeshware Tempel, dem Gott Shiva gewidmet und zwischen 1002–1010 vom großen Cholakönig Rajaraja I. erbaut. Das Tempelgelände weist eine Größe von 240x120m auf und sein Innenhof ist mit wuchtigen Kolonnaden gesäumt. 1987 erhob die UNESCO den Tempel zum Weltkulturerbe, war er doch über die Grenzen hinaus bekannt als ein Meisterstück der dravidischen Tempelarchitektur.

Der über 60 m hohe Vimana (Turm, der das Allerheiligste bekrönt), ist ein Zeugnis der Ingenieurskunst und besitzt einen gigantischen “Lingam” im Schrein. Ein monolithischer Nandhi - der aus einem einzigen Stein mit den Massen 3,5 x 6 m gehauen wurde - das Gefährt des Gottes Shiva. 

Das Eingangstor wird von einem gewaltigen filigran verzierten Gopuram gekrönt. Der prächtige pyramidale Turm aus Granit (ein 81 Tonnen schwerer Block wurde bearbeitet) wird von einer großen monolithischen Stein-Kuppel gekrönt.

Der Haupttempel ist mit wunderschöner Fresken aus der Chola Zeit und anderen Skulpturen mythologischen Szenen - wie die Parvathi’as Hochzeit - geschmückt. Der Tempel ist 13 Stockwerke hoch und pyramidenförmig angelegt. Später residierte im Nayaka Palast die königliche Marathafamilie und erweiterte den Bau.

 

Sehenswertes im derzeit etwas baufälligen Komplex sind der 60m hohe Turm und die Audienzhalle. Der Palast, gebaut auf den Ruinen eines alten Chola Palastes steht in der Altstadt.

 

Heute beherbergt der Palast ein Art Gallery Museum, in der sich eine seltene Sammlung von Bronzeikonen, Steinskulpturen und Kunstwerken von Hindugottheiten, Mythen und Legenden befinden.

Die Saraswati-Mahal-Bbibliothek beinhaltet Einzigartiges wie Palmblatt-Manuskripte, ca. 40.000 Bücher, Pläne und Malereien. Sie ist eine der wenigen Büchereien der Weltmit indischen Schriften aus mittelalterlicher Zeit und wurde um 1700 gegründet.

 

Trichy – Universitätsstadt und Industrieort

das riesige 90m hohe Felsgestein (Rock Fort) - die älteste Festigungsanlage der Welt (sie ist selbst älter als das Hochgebirgssystem des Himalayas),

auf der Insel im Kaveri Fluß die Tempelstadt Srirangam mit einem Hindu-Heiligtum dem Ranganathaswami Tempel,

die Church of Our Lady of Lourdes (der französischen Lourdeskirche nachgebaut, aber nicht angehend so prunkvoll wie ihr Vorbild).

Zum berühmten Hinduheiligtum am Felsen - dem Uchi Pillayar Tempel führen 435 Stufen (geweiht Gott Ganesha) hinauf; hier finden man Inschriften, die bis ins 3. Jhd. v. Chr. reichen. Der atemberaubende Blick auf Trichy, über den Kaveri Fluß bis hin zum Srirangam Tempel oder der Kirche Notre Dame des Angesentschädigen für den mühsamen Aufstieg.

Der 960 x 830 m große Ranganashaswami Tempel vonSrirangam aus dem 13. Jhd. mit 21 Tortürmen (Gopurams) ist eine eigene Stadt und Pilgerzentrum. Er liegt auf einer Flußinsel; ursprünglich war es ein kleiner Schrein, der von jeder regierenden Dynastie über die Jahrhunderte erweitert wurde; das Heiligtum befindet sich im Bereich zwischen den vier innersten Mauerringen. Der Tempel ist nur Hinduanhänger zugänglich, gilt aber als das wichtigste vishnuitische Heiligtum. Hier wohnen vorwiegend Brahmanen.

 

In der Tempel-Eingangshalle muss man sich in einer Reihe von Gläubigen einordnen, will man seine Opfergabe dem Priester überreichen– der bekleidet ist mit einer weißen Dhoti und geschmückt mit Blumengirlanden. Er drückt jedem Gläubigen eine weiße Teigware auf die Stirn - das soll Glück bringen! Nun wer’s glaubt…..wird seelig! oder um eine Spende ärmer!

 

Die Stadt des Nektars

Madurai ist 2.500 Jahre alt und wurde in Ramayana Epos und von Ptolemäus200 v. Chr. genannt. Nach einer Legende nach wurde sie von König Kulasekaragegründet und blieb bis zum Abstieg der Pandya-Dynastiedie Hauptstadt. Die zweite „goldene Ära“ wurde von den Nayakas geleitet, bei der Architektur, Künste und Literatur ihren Höhepunkt erreichten.

 

Die drittgrößte Stadt von Tamil Nadu ist an den Ufern des Flußes Vagai zweigeteilt: die im Norden befindliche Neustadt und im Süden die Altstadt rund um den Tempel. Man kann sie entweder per pedes oder mit der Riksha erkunden, was allerdings etwas chaotisch ist. Angelegt nach dem Vorbild eines Mandalas, findet man im hier in den engen Straßen und Gassen, in denen sich Menschentrauben tummeln, nicht nur dröhnende Mopeds, Fahrräder mit schrillen Glocken und neugierige heilige Kühe, die den Abfall nach Futter durchsuchen sondern auch Pilger, Bettler, Sadhus, fliegende Händler, Touristen (leider kaum Europäer) aber auch bunte, manchmal etwas kitschige Bazare, in denen man Schneidereien, Geschäfte, Souvenirs uvm. findet.

Allerdings sollte man ausgeruht den Bazar, der sich meistens in Tempelnähe befindet besuchen, denn an jedem Stand versuchen Händler Etwas zu verkaufen bzw. sie laufen dem Kunden nach, um doch noch „nur“ eine Kleinigkeit günstigst an den Mann zu bringen - und das zehrt teilweise schon sehr an den Nerven - seien es Seiden- oder Kaschmirschals, Tuniken, Skulpturen, Teppiche, handgefertigter und Silberschmuck, indisches Krimskrams, Götter-Nachbildungen, Saris oder Seiden- und Baumwoll-Textilien.

So kann man sich hier in kürzester Zeit und für wenig Rupien seine gekaufte Stoffen aus Seide oder Baumwolle, maßgefertigte auf den Leib schneidern lassen.

Hauptaugenmerk gilt dem hindusitischen Sri Meenakshi-Sundareshvara Tempel, geweiht der Göttin Meenakshi und dessen Gatten Shiva; das beste Beispiel von Dravida-Architektur. Er ist einer der größten Tempel-Komplexe (über 6 Hektar groß) und umfasst Bauelemente, Hauptschreine, bunte Deckengemälde, einen Tempelteich und Säulenhallen - mehr als 1.000 Säulen – u.a. die berühmten (Klang)Musiksäulen.

 

Dieser Tempel ist die Touristenattraktion und Meisterwerk der indischen Baukunst in Madurai - allein schon durch seine weithin sichtbaren viereckigen 12 Tortürme mit 33 Millionen üppig bunten Skulpturen. Der Meenakshi Schrein ist nur den Hindus zugänglich! Ebenso der Sundareshvara Schrein, er befindet sich im Zentraltempelbereich.

Der „heilige“ Elefant, der vor jedem Tempel anzutreffen ist, legt seinen Rüssel erst über den  „Pilger-Kopf“ - das kommt im weitesten Sinne einer Segnung gleich – aber komischerweise erst dann, wenn man auch etwas seinem Halter spendet (nun das ist wohl scheinbar auf der ganzen Welt so - ohne Geld ka Musi und in dem Fall kein Segen…). Tausende Pilger besuchen den Tempel jeden Tag.

Die TirumalaiNayak Mahal

aus dem 16.Jhd in indo-sarrazenischer Architektur, ist bekannt für seine Stuckarbeiten auf den Kuppel und Arkaden. Hier sehen die Menschen geradezu winzig im Gegensatz zu den riesigen Hallen aus. Heute noch zu bestaunen das Eingangstor, der Tanzsaal, Innenhof und die Eingangshalle.

 

Tamukam-Palast

Im Ghandi Museum am Rani Mangamal Platz (ehemals Tamukam Palast) finden sich Photoserien über das Wirken des „Vaters Indiens“ Mahatma Gandhis, weiters die Geschichte der indischen Unabhängigkeitsbewegung und die (blutbefleckte) Dhoti (Beinkleid der indischen Männer), die Ghandi am Todestag trug.

 

Der Garten beherbergt eine Rekonstruktion seines kleinen und bescheidenen Hauses.

Der letzte Tag führte nach Alagar Koil

Darauf freuten wir uns schon sehr, denn wann hat man schon Gelegenheit, Affen hautnah face to face zu erleben?

 

Dieser Tempel ist Vishnu gewidmet (der Bruder der Göttin der Stadt Madurai) und liegt am Fuße des Alagar Hügels ca. 20 km von Madurai entfernt. Der Ort ist einer von 108 Heiligen des tamilischen Vishnuismus.

Zum Tempeleingang führen vielen Stufen in rot weißem Schachbrettmuster steil aufwärts. Der im Dravida Stil malerisch erbaute Komplex hat eine Größe von 100 x 250 m; gekrönt wird der Eingang von einem zwischen wuchtigen Bäumen in den Himmel ragenden Gopuram. Während des jährlichen Chittirai Festes tragen Gläubige das Bild Alagars in den Minakshi Tempel nach Madurai.

 

Soviele Sadhus (asketisch lebende Mönche), obdachlose Bettler und heilige Männer wie hier sahen wir kaum wo; aber auch Familien mit Kindern, die farbige Markierungen von der Sandelholzpaste hatten (Vibhuti) in Form von u-ähnlichen Zeichen und zwar von der Stirn bis auf die Naselwurzel reichend. Auf Nachfrage erfuhren wir, das es für Vishnu Verehrer Segenszeichen (Tilaka) sind.

Und schlußendlich ging’s dann auf den Affenberg – schon während der Fahrt bekamen wir von einem süßen, frechen und immer hungrigen Äffchen unerwarteten Besuch; und zwar wurde einer zum "Fenstergucker"! der Schreiber dieser Zeilen war im Moment so erschrocken, dass er dem Tier statt einer Scheibe Brot den ganzen Wecken „dem neugierigen Affen“ überließ, nur damit dieser nicht in den Bus sprang….den es gibt ja immer hysterische Mitreisende….!!!

 

Angekommen am Berg hatten sich alle  wieder beruhigt und verteilten der „Rasselbande von Primaten“ Bananen, Brot und alles was noch so übrig war.

Es war ein Affenerlebnis der besonderen Art, warteten diese nicht etwa geduldig auf die Leckereien, nein sie sprangen von allen Seiten auf uns zu, lenkten ab und stipizten alles, was nicht niet und nagelfest war….einem Kollegen die Brille, dem anderen die Fototasche. Mit einem Wort „Affenattacke“ war angesagt… und da soll noch einmal einer sagen, die "Artgenossen" sind nicht clever bei der Futterbeschaffung!

 

Wir nahmen es gelassen und hatten wirklich viel Spaß beim Zusammensuchen der „gestipitzten Teile“,die wir aber alle letztendlich wieder fanden entweder am Baum oder verstreut im naheliegenden Wald....

 

Leider hatten wir nur wenig Zeit für die Affen eingeplant und mußten den Berg bald wieder verlassen – natürlich ohne Äffchen im Gepäck!

 

Schneller als gewollt geht’s wieder zurück in den Norden Richtung Flughafen

Überall Reisfelder entlang der Strasse, in denen Frauen in farbenprächtigen Saris bis zu den Knien im Wasser stehen und den ganzen Tag Reis anpflanzen. Welch eine harte Arbeit; oft hat es bis zu 30 Grad C oder mehr und nicht zu vergessen die Wasserschlangen; sieht man das, isst man Reis mit großer Ehrfurcht!

Die umliegenden Dörfern entlang des Weges zeigen überall dasselbe Bild: Frauen mit typischer indischer Kleidung die Früchte und Blumen am Strassenrand verkaufen oder Feuerholz und sogar Steine am Kopf transportieren, Männer mit Dhotis, spielende Kinder, futtersuchende Ziegen und Schweine, Räder ohne Licht und Bremsen, lärmende Motorräder, heruntergekommene und ständig hupende Autos die rechts, links und gegen die Einbahn fahren, farbenfreudig bemalte Lastwägen natürlich überladen mit Waren oder mitfahrenden Leuten und freilaufende heilige Kühe wohin das Auge reicht...

 

Der Verkehr ist erschreckend, denn man hat das Gefühl, hunderten von Blashörner zu hören oder die Angst, dass möglicherweise jemand gleich überfahren wird! - es war eine acht Stunden "Zitterfahrt" bis zum Airport.

Sogar am „Highway“ überqueren heilige Kuh plötzlich die Straße oder Frauen, die mitten am Querstreifen ein Schwätzchen führen, ein Lastwagen der von der anderen Seite kommt (ganz normal wurde uns gesagt – solange dieser noch keine Möglichkeit gefunden hat, die Straßenseite zu wechseln); ja was soll man dazu noch sagen, man bekommt keinen Ton heraus: sei es aus Schreck oder Staunen, weil diese Fahrer eine erstaunenswert sichere Fahrweise haben, mit der Europäer niemals standhalten können.

 

 

fotocredit: ifpa