Bruchim habaim

Ein geschichtsträchtiger, faszinierender und außergewöhnlicher Staat

In keinem anderen Land dieser Welt ist Friede ein sehnsuchtsvollerer Begriff als im Land der „Gottesstreiter“. Stammvater Jakob bekam diesen neuen Namen, nachdem er mit einem geheimnisvollen Gegner rang. Seine Nachkommen wurden als die „Kinder Israels“ bezeichnet. Nach wechselvoller Geschichte rief schließlich im Jahre 1948 Staatspräsident David Ben Gurion den Staat Israel aus. Elf Minuten! später erkannten die Vereinigten Staaten von Amerika durch US-Präsident Harry S. Trumanden neuen Staat an, die Sowjetunion folgte am 16. Mai. Noch in der Gründungsnacht erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem neuen Staat den Krieg. Bis zum heutigen Tage hat also Israel keinen einzigen! Tag in Frieden gelebt.

 

Ben Gurion heißt auch der größte Flughafen des Landes zwischen Tel Aviv und Jerusalem gelegen und er ist Ausgangspunkt für unsere Reise durchs „Heilige Land“.

 

Mit einer Besichtigung der Stadt Tel Aviv und dem Rothschild-Boulvard beginnen wir die Reise: Tel Aviv - eine Doppelstadt, sie besteht aus dem alten, zum Teil noch malerischen Jaffa und dem modernen Tel Aviv. Während Old Jaffa über Jahrtausende gewachsen ist, wurde Tel Aviv in knapp 100 Jahren als erste rein jüdische Stadt des Landes in die Sanddünen gebaut; wegen ihres Stadtkerns mit dem weltweit größten Baubestand im Bauhaus-Stil wurde Tel Aviv von der UNESCO offiziell als Weltkulturerbe eingestuft und ist somit das größte Bauhaus-Freilichtmuseum der Welt.

 

Von Tel Aviv geht die Fahrt weiter entlang des östlichen Mittelmeeres Richtung Haifa nach Caesarea am Meer, eine der wichtigsten archäologischen Stätte Israels. Caesarea war ursprünglich eine Küstenstadt im antiken Palästina und ist unter dem judäischen König Herodes 22 v. Chr. zum prächtigen Hafen mit Amphitheater und Aquädukten ausgebaut worden. Eine letzte Blüte erlebte die Stadt unter den Kreuzfahrern. Nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahre 70 n. Chr. wurde Caesarea die Hauptstadt der römischen Provinz Palästina. Aus der römischen Epoche sind Reste von Säulen, der noch gut erhaltenen Aquädukt (das Wasser wurde 12km vom Berg Carmel in die antike Stadt geleitet), der Kreuzfahrerhafen mit seinen verfallenen Molen und das Amphietheater erhalten.

Haifa liegt am Fuße des Weinberg Gottes, dem Mount Carmel; ist die drittgrößte Stadt Israels und hat den größter Hafen. Den besten Blick über die gesamte Stadt bietet die Louis Promenade, eine Aussichtsstrasse, die sich im oberen Teil Haifas am Hang entlang zieht; von hier kann man die Bucht überblicken. Die Louis Promenade führt auch zum oberen Eingang der Hängenden Gärten der Bahai, die von Amram Mitzna aufgrund ihrer beeindruckenden Architektur als 8. Weltwunder bezeichnet wurden; der Bahai Schrein ist das Wahrzeichen Haifas und höchstes Heiligtum dieser Glaubensgemeinschaft.

Für die nächste Besichtigung müssen wir zur alten Hafenstadt Akko; nirgendwo sonst als hier hat man das Gefühl, sich auf geschichtsträchtigen Boden zu befinden; Akko ist UNESCO Weltkulturerbe; Sehenswürdigkeiten sind u.a.: die türkische und größte der vier Moscheen von Akko Ahmed Jezzar Moschee (sie beinhaltet angeblich ein besonderes Relikt nämlich das Barthaar vom Propheten Mohammed), die unterirdische mittelalterliche Kreuzritterstadt -(Kreuzfahrerfestung) 8m unter dem heutigen Straßenniveau - sie diente den Rittern des Johanniterordens - der schönste Raum der Anlage ist das Refektorium -, das Stadtmuseum im Hammam el Pascha – einst ein türkisches Badehaus, das höchste Bauwerk Akkos, der Schatzturm Burj el Khazane, ein viereckiger Uhrturm aus türkischer Zeit, der die schönste Säulenkawanserei der Stadt überdeckt – Khan el Umdan (erbaut auf den Fundamente eines Dominikanerklosters), der Yacht- und Fischerhafen und der Bazar.

Anschließend fahren wir in die Heilige Stadt nach Nazareth (Wallfahrtsziel der Christenheit), den Geburtsort Jesus; er verbrachte hier seine Kindheit und Jugendzeit. Über der Stelle, an der der Überlieferung nach der Jungfrau Maria vom Erzengel Gabriel die kommende Geburt Jesu verkündet wurde, steht heute über dem Haus Marias die Verkündigungskirche – in der Krypta befindet sich die Grotte der Verkündigung. Geht man durch den Park, kommt man zur Josephskirche, einer kleinen Kirche, die 1914 wiedererrichtet wurde (man vermutet hier das Haus Josefs und seine Werkstatt) und zur Gabrielskirche mit dem Marienbrunnen.

Unser nächstes Ziel ist der Nationalpark Zippori (griechisch sepphoris); er liegt im Herzen Galiläas, ca. 6km NW von Nazareth auf einem Hügel 285m über dem Meeresspiegel; Ausgrabungen brachten ein reiches Vermächtnis an judäischer, römischer und byzantinischer Zeit zutage. 40 Mosaiken wurden gefunden z.B. in der römischen Villa im Speisesaal das berühmte Dionysos Mosaik (Weingott und Frauenkopf) oder das Nilmosaik (Feier zur Nilflut in Ägypten); zeitweise war Zippori Sitz der Sanhedrin (jüdisches Obergericht).

Schon etwas erschöpft von den vielen Besichtigungen erreichen wir den Kibbutz Ginosar am See Genezareth ca. 10 km nördlich von Tiberias (Gemeinschaftssiedlung seit 1937); wir besichtigen das Museum Bet Yigal Alon Center: hier befindet sich u.a. das 2000 Jahre alte und sehr gut erhaltene Holzfischer-Boot - im Schlamm des See Genezareth 1986 gefunden - in dem Jesus und seine Jünger gefahren sein könnte, oder die Nägel von Jesus Kreuzigung.

Die Weiterfahrt führt uns zum Evangelium Dreieck im Südwesten von Capernaum nach Tabgha (Ort der 7 Quellen), eine der wichtigsten Stätte von Christis Wirken und Lehren in Galiläa. Hier steht die Brotvermehrungskirche (gehört den deutschen Benediktinern). Im Inneren der Kirche kann man u.a. wertvolle Mosaike und vor dem Altar das berühmte Fußboden-Mosaik „zwei Fische und den Korb mit den Gerstenbroten“ bestaunen; die Originalkirche wurde auf der Stelle gebaut, wo Jesus 5000 Pilger mit fünf Brotlaiben und zwei Fischen speiste.

Eine der schönsten Kirchen befindet sich etwas oberhalb des Sees auf dem Berg der Seligpreisungen (eine Erhebung am Nordrand des Sees Genezareth in Nordisrael). Es ist die Stätte der bekannten Bergpredigt Jesu. Jede der acht Seiten des Kirchenbaus ist einer Seligsprechung gewidmet, wie lateinische Inschriften im Innern des Gebäudes zeigen. Die Kirche befindet sich inmitten einer Gartenanlage, die von Ordensschwestern liebevoll gepflegt wird und von der man einen sehr schönen Blick auf den See Genezareth hat. Der See ist mit 212 m unter dem Meeresspiegel der tiefstgelegene Süßwassersee der Erde und bildet das größte Wasserreservoir Israels. Das Wasser wird von hier bis in die Wüste Negev geleitet. Gespeist wird der See vom Jordan, dessen Zuflüsse aus dem Golan kommen.

 

Capernaum am Nordufer des Sees Genezareth war eine bedeutende römische Stadt und eines der Zentren von Christis Wirken in Galiläa; hier wohnte der Fischer Simon Petrus; die Kirche, auf den angeblichen Ruinen des Simon-Hauses erbaut (Hl. Insel) von 8 Säulen getragen, gleicht eher einem Raumschiff. Capernaum ist eine großartige Ausgrabungsstelle und auch bekannt wegen kunstvoller Kapitelle aus der Zeit um 500 n.Chr., die beispielsweise die Bundeslade abbilden. Ruinen einer prächtigen Synagoge (in ihr heilte Jesus Kranke) und Kirche stehen nebeneinander und bezeugen, dass zur römisch-byzantinischen Zeit, Christen und Juden Capernaum bewohnten; hier Jesus lehrte sehr oft.

Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg zu den Golanhöhen nach Kazrin, dem „Hauptort“ des Golan; es handelt es sich um ein Hochplateau vulkanischen Ursprungs zwischen dem See Genezareth und der syrischen Hauptstadt Damaskus; insgesamt wohnen auf den Golanhöhen ca. 17.000 jüdische Israelis in 33 Städten und Dörfern und die gleiche Anzahl Drusen in einem kleinen Gebiet im Nordes des Golan mit fünf Dörfern. Die Böden sind sehr steinig und große Flächen sind vermint.

Bevor wir unsere Reise fortsetzen, wird der Weinkellerei Golan Heights Winery einen Besuch abgestattet, die hoch qualitative Weine weltweit vertreibt. Sie wurde 1983 gegründet; die Weingärten liegen auf einer Seehöhe zwischen 400 und 1200 Meter.

 

Noch am Gaumen den edlen Tropfen spürend, geht die Reise entlang der jordanischen Grenze weiter nach Hamat Gader – ein reizvolles Thermalbad mit mineralhaltigen heißen Quellen (42-52 Grad). Diese Mineralquellen gab es schon vor 3500 Jahren. Im 2. Jahrhundert errichteten die Römer hier einen Luxus-Kurort. Hamat Gader ist ein einzigartiger Naturpark; das ehemalige römische Theater ist heute ein Freigehege für Tiere wie Schafe, Schlangen, Vögel, Gazellen, Affen und Alligatoren.

Nach dem erholsamen Thermenbadeausflug führt der nächten Tag zum Nationalpark Bet She’an; er ist die best erhaltendste römisch-byzantinische Stadt Israels mit einer Fläche von ca. 160 Hektar. Ausgrabungen zeigen, dass hier eine der wichtigsten Städte der römischen Welt stand. Später hieß die Stadt Skythopolis. Sehenswürdigkeiten sind u.a. das antike römische Theater mit fast 7000 Sitzplätzen, die Bauten beiderseits der Säulenstrasse, die mosaikenreiche byzantinische Klosterruine, der Opferbezirk, das westliche und östliche Badehaus und Tell Bet She’an (Festung) – hier wurden ca. 20 versch. Siedlungsschichten gefunden. Der Stolz Bet She’an ist ein Mosaik von Tyche, der Schutzgöttin der Stadt.

Unsere Fahrt geht weiter durch das Jordantal entlang zum Toten Meer (417m unter dem Meeresspiegel). Die Küste des Sees bildet den tiefsten frei zugänglichen Punkt der Erdoberfläche. Das Meer ist eines der eindruckvollsten Naturschauspiele der Welt. Vom Jordan gespeist, besitzt es keinen Abfluss, sodass der Salzgehalt bis zu 33% beträgt; wodurch keinerlei Leben mehr möglich ist; entgegen seinem Namen ist das Tote Meer jedoch biologisch nicht tot; es beherbergt verschiedene Mikroorganismen, also Bakterien, die sich von Zellulose ernähren. Auch Salzwasserkrabben und Pflanzen mit großer Salztoleranz, sog. Halophyten, haben in dem unwirtschaftlichen Nass ihr zuhause. Das Wasser trägt den Körper und hat heilende Wirkung bei allen möglichen Krankheiten (z.B. Schuppenflechte); die Sole fühlt sich nicht richtig nass, sondern eher schmierig an; das Wasser ist so salzig, dass sich überall bizarre auskristallisierte Salzklumpen bilden.

Ausgeruht vom Bad im Toten Meer wandern wir zum Nationalpark Masada (UNESCO Weltkulturstätte). Zum Park gehören das Bergplateau und seine Altertümer sowie die Eingangsbereiche im Osten und Westen.

 

Auf der Festung angekommen (450m über dem Toten Meer gelegen) – man kann sie entweder über den Schlangenpfad per pedes oder mit der Drahtseilbahn „erobern“ - sieht man die Überreste einer ausgedehnten Festungsanlage, die auf die Zeit des judäischen König Herodes zurückgeht. Vor allem die natürliche Lage des Berges macht den Ort in der Zeit des zweiten Tempels zu einer vorzüglichen Befestigungsanlage und Masada ist weit entfernt von jeder menschlichen Siedlung.

 

Die tragischen Ereignisse der letzten Tage der jüdischen Freiheitskämpfer, die sich auf dem Bergplateau von Masada verschanzt hatten, lassen die Festung zu einem Symbol jüdischer Kulturidentität und in universaler Weise zu einem Symbol für den steten Kampf von Menschen gegen Unterdrückung und für Freiheit werden. Noch heute geloben Israels Soldaten „Masada – nie wieder“!

 

 

Nach dem Besuch der Oase Ein Gedi, die eingebettet in einer eindrucksvollen Wüstenlandschaft am Rande der Judäischen Wüste liegt und die einen wunderschönen botanischen Garten mit einem Kibbutz Hotel beherbert, endet unsere Rundfahrt und wir werden Jerusalem – „die Heilige Stadt der drei Religionen“ besuchen. Aber das ist eine andere Geschichte.

P.S. „Man kann das Heilige Land bereisen, ohne sich fürchten zu müssen“, erklärt uns der Reiseführer am Anfang und Ende dieser beeindruckenden und unvergesslichen Reise durch Israel - und das kann ich im Nachhinein nur bestens bestätigen – „in Israel fühle ich mich sicher und komme jederzeit gerne wieder!“

 

 

Reiseinfos

Die Fluglinie EL AL fliegt direkt Wien - Tel Aviv (Flughafen Ben Gurion); die Crew ist äußerst aufmerksam und das Bordservice hervorragend! Diese Linie kann man auf jeden Fall bestens weiterempfehlen!

 

Währung

Neuer Schekel (NIS=New Israeli Sheqel) und Münzen: Agorot 

1 Neuer Schekel = 100 Agorot = 0.20285 Euro 1 Euro = 4.80 Israelischer Neuer Schekel

 

Beste Reisezeit

Feber - Juni bzw. September - November

 

Amtssprachen

Hebräisch und Arabisch – man spricht aber auch Deutsch und Englisch

 

Sonstiges

Der Reisepass muss vor Abreise unbedingt noch 6 Monate Gültigkeit haben

 

 

Hilfreiche Reiseinfos für Österreich

GOISRAEL,Staatl. Israelisches Verkehrsbüro, Berlin

www.goisrael.de

 

 

Unterkünfte

Kibbutz Ein Gedi

eg@ein-gedi.org.il Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

 

Hotel Dan Panorma Tel Aviv

panoramatelaviv@danhotels.com

 

Hotel Holiday Inn Haifa

www.holiday-inn.com/haifaisrael/www.hi.co.il

 

HotelNof Ginosar Seaof Galiläa, Kibbutz Nof Ginossar Hotel

ginosar@netvision.net.coDiese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

 

Hotel Sheraton Moriah Dead Sea

alkobi.haim@sheraton.com

 

 

Restaurants

Hashumura 1872 Restaurant Haifa

info1@hashmura.co.il

 

Decks Restaurant Tiberias

 

Siam Restaurant Hamat Gader am südlichen Ufer des Genezareth

 

 

Weinkellerei

Golan heights winery, Weinverkostungen und -Verkauf

 www.golanwines.co.il

 

fotocredit: ifpa