Sibirien, das "schlafende Land" – IN DEM NOCH VIELE ABENTEUER AUF UNS WARTEN

Ralf Flucke

Hört man Sibirien, denkt man unweigerlich an Kälte und Schnee oder an eine sich weit über Rußland erstreckende Tundra. Vielleicht auch noch an die Transsibirische Eisenbahn, die durch dieses weite Land führt. Aber wer vermutet hier schon die größte noch lebende Raubkatze der Welt - den Amurtiger?

 

Die „größte Raubkatze“ zu beobachten und unendliche sibirische Weite genießen machen mich neugierig: das Abenteuer Sibirien kann starten - mein Koffer war schnell gepackt; aber - wie komme ich überhaupt nach Chabarowsk. Da sich Russland wie eine Handfläche um die Erde legt und Chabarowsk sich quasi am Ende meines Ringfingers befindet und ich am Ansatz des Daumens, entscheide ich mich für die russische Fluggesellschaft Aeroflot, die mich zu meiner ersten Tigerexpedition bringen soll. Und weil mein Herz immer schneller verreist als mein Verstand, habe ich im Flugzeug noch genug Zeit, mich über die Landschaft, Gepflogenheiten und Geschichte dieses Landes zu informieren.

 

Sibirien gehört zu Russland, ist seit 1991 unabhängiger Staat. Ca. 34 Millionen Menschen leben auf einer Fläche von 13 Millionen km2; Amtssprache ist russisch; nach dem Fluß Ob (5.570 km) ist der Amur (4.415 km), an dem auch die letzten 540 Tiger leben, der längste Grenzfluß Russlands und die natürliche Grenze zu China. Mit 80% stellen die Russen die Mehrheit der Bevölkerung, neben 4% Tataren, 2,2% Ukrainer, 1,9% Armenier, 0,8% Deutsche und der Rest 11,1 % Minderheiten; neben den vorherrschenden Religionen wie Christentum, Islam und Buddhismus, soll man hier auch noch einen mit dieser Natur stark verwurzelten Schamanismus finden können. Wirtschaftliche Grundlage bilden die reichen Rohstoffvorkommen wie Gas, Stein- und Braunkohle, Erze & Holz, Gold und Edelsteine oder die Papierindustrie. Die Landwirtschaft ist aufgrund des schwierigen Klimas eher karg: Anbau von Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Hirse, Zuckerrüben und Sonnenblumen. Das wenig ausgebaute Straßennetz, Busse, Eisenbahn, Personenfähren, Frachtschiffe, Panoramadampfer, Tragflächenboote und die Luftfahrt sind wichtige Verkehrsmittel. Ostsibirien liegt durchschnittlich 2.000 bis 3.500 m hoch, im Westen die Lena, ganz im Osten der Pazifische Ozean und im Nordosten die Beringsee, die schneebedeckte Tundra und als Gegensatz am Pazifik grüne Reisplantagen. Zu Ostsibirien gehört auch die Halbinsel Kamtschatka mit zahlreichen noch aktiven Vulkanen, die bis zu 4.700 m hoch sind. Die 610.000 Einwohner- Hauptstadt von Ostsibirien ist Chabarowsk, eine rund 160 Jahre alte Stadt am Amur gelegen und mit der Transsibirischen Eisenbahn seit 1916 erreichbar. Chabarowsk entwickelte sich erst als im Jahre 1897 nach sechsjähriger Bauzeit – die 766 km langen Bahnlinie nach Wladiwostok eingeweiht werden konnte.

Gelandet am internationalen Flughafen Chabarowsk-Nowy wartete schon der Sibirsk-Shuttle samt Mitreisender & Guides auf mich. Nach einer herzlichen Begrüßung und einer kurzen Einführung geht's gleich los. Die erste Erkundigungstour durch "das schlafende Land" beginnt und meine Neugier hält sich kaum in Grenzen.

 

Vom Berg der Liebe hin ins Kloster, das goldene Volk, Fischzucht

Erstes Ziel das Frauenkloster Peter & Paul am Seeufer Petropawlowsk. Erst in der postsowjetischen Zeit bildete sich im Dorf Petropawlowsk wieder eine orthodoxe Gemeinde zu Ehren der beiden Apostel. 2003 wurde die Gemeinde in ein Frauenkloster umgewandelt, heute befinden sich hier neben der Abtei noch zwei Kirchen: Peter und Paul und Hl. Michael. Die gesamte künstlerische Ausstattung der Klosteranlage und der Kirchen - wie Ikonen und Wandbilder - wurden von den Nonnen selbst ausgeführt. Das Kloster mit seinem bäuerlichen Betrieb ist Paradebeispiel der althergebrachten Religiosität im neuen Rußland und in der ganzen Region der wichtigste Ort der orthodoxen Kirche.

 

Nach der Klostertour geht's in eine landesüblich, russisch geführte, sehr gemütliche Privat-Pension nahe dem nicht so ganz bekannten Nationalpark Aniujskij, wo wir die erste Nacht verbringen - natürlich nicht ohne die Banja (russische Sauna) zu besuchen, um danach mit Wodka, auf typisch russische Spezialitäten und unsere Ankunft, anzustoßen.

Noch vor dem Frühstück - als der Tag noch schlaftrunken sich hinter der Nacht versteckt hält, eine Wanderung auf den Berg der Liebe, um bei Sonnenaufgang eine grandiose Aussicht zu genießen. Das Licht der Morgenröte legt sich satt und schwer in den leichten Nebel, den ich als Kleid empfinde, mit dem sich das Land am Morgen kleidet.

 

Im Anschluß Fahrt zum Glamping Hotel im 450 ha großen Nationalpark Aniujskij einem Teil des Tigerschutzgebietes. Dieses Hotel ist das einzige in Russland, das auf dem Territorium des Nationalschutzgebietes stehen darf. Glamping ist ein Kofferwort - wie passend für eine Reisende wie mich – zusammengesetzt aus den Wörtern Glamourös und Camping: eine moderne Zeltstadt, die mich zuerst an meine Reise mit den Beduinen durch Arabien erinnert.

Nach kurzer Teepause gilt unser Besuch dem nanaischen Dorf Dzhari. Die Nanai (Gold) sind ein fernöstliches Volk, das an den Ufern des Amur, seiner Nebenflüsse Ussuri und Sungari in Rußland und China leben; das Dorf ist Zentrum des Wiederauflebens der Nanaikultur in der Chabarowsker Region. Erwachsene und Kinder erlernen die Nanai-Sprache, ihre Tänze, Dialekte und deren Bräuche. Beim Besuch des Dorfes werden Gäste zuerst mit einem nationalen Ritual (Reinigung von allem Bösen) begrüßt und man erfährt durch Erzählungen, Gedichte und Musik mehr von dieser Kultur und ihren Traditionen.

Das angrenzende Museum zeigt tiefe Einblicke in deren Leben. Die Nanai hatten früher keinen

Handel mit den Russen oder Chinesen, sie mussten sich ihre Kleider und Schuhe selbst aus Fischhäuten herstellen. Es war und ist eine Frauentradition, für das Outfit der ganzen Familie zu sorgen. Übrigens werden diese Kenntnisse von Generation zu Generation weitergegeben.

Zeitlich unter Druck Fahrt zur Fischzuchtanlage von Najchin. Auf dem Territorium befinden sich zwei Zuchtanlagen: Lachs und Kalugafisch; wir erfahren alles über die Fischaufzucht und Gewinnung des weltberühmten russischenKaviars; übrigens werden auf staatliche Anordnung jährlich ca. 30 Millionen Jungfische gezüchtet, die dann teilweise im Amur ausgesetzt werden.

 

Mit den vielen bleibenden Eindrücken, die noch lange nachwirken werden und müde, des langen Tages wegen, freuen wir uns wieder im Hotel anzukommen. Nach deftigen russischen Leckerbissen, Banja-Besuch und „scharfem“ Schlummertrunk gehen wir früh zu Bett, um für den morgigen Tag fit zu sein – wir fallen in einen tiefen (traumlosen) Schlaf.

 

Bootsfahrt, Felsmalereien und Nanai Kultur

Am Morgen weckt uns ein angenehmes Geräusch. Leichter Regen, Tropfen die sanft auf die Zeltwand trommeln und uns auf das nächste Abenteuer einstimmen: Bootsfahrt auf dem Fluß Anui mit anschließender Lagerfeuerromantik. Wir lassen uns keineswegs vom Regen einschüchtern – unser Ranger meint, daß er das Leben bringt, das am Fluß auf uns wartet. Angekommen am Ziel macht ein Teil der Gruppe eine kleine Wanderung und der Rest beginnt Feuerholz zu sammeln; diesmal ist nicht der Gipfel das Ziel, sondern das gemeinschaftliche Zubereiten der traditionellen Fischsuppe mit einfachsten Mitteln - ein einschneidendes Erlebnis: wir alle fühlen uns der Natur ganz nah, der Regen verstummt und ein Glücksgefühl steigt hoch. Leider ist es schon wieder fast dunkel und wir müssen zurück in unser Zeltlager, wobei das Aufwärmen in der Banja ein unbedingtes Muß ist. Da es unser letzter Tag im Camp ist, läßt es sich unser Gastgeber & Ranger Anton natürlich nicht nehmen, für uns einen russischen Abend einzuplanen; daß wir alle nicht vor früh morgens ins Bett kommen braucht nicht erwähnt zu werden, wenn man weiß, wie Russen zu feiern verstehen - feuchtfröhlich; überflüssig zusagen, dass wir in den nächsten Tag mit leichten Kopfschmerzen starten.

 

Das nächste Ausflugsziel ist das 70km entfernte Nanai Dorf Sikatschi-Aljan. Besucht man die Familie, empfängt diese ihre Gäste mit einem Nanai-Ritual. Die Gastgeber erzählen unswie die Urvölker vor hundert Jahren in dieser Gegend lebten, passend dazu kann man sich im Familienmuseum auf Zeitreise begeben. Die Trachten, die zusehen sind, wurden mit der Hand genäht und mit traditionellen Ornamentengeschmückt. Auf Wunsch kann man die sie auch anprobieren und sich für kurze Zeit in diese Kultur hinein versetzen- Fotoshooting natürlich inbegriffen. Unser Gastgeber zeigt uns wie man Fische nach Tradition der Nanai zubereitet und natürlich darf auch verkostet werden. Anschließend üben wir uns in der Kunst der traditionell nationalen Volksspiele wie Bogenschießen, Kugelstoßen, Ballfangen und dem eigentlichen Ritual des goldenen Volkes, die bösen Geister zu vertreiben. Ich fertige mit der Familie einen Talisman an, der mich auf meinem Abenteuer und noch lange danach von den bösen Geistern beschützen soll.

Bevorwir das Dorf verlassen, bringen uns die Einheimischen zu ihrem heiligen Ort, den der Petroglyphen. Es sind in Stein geritzte Felsbilder, schamanischen Ursprungs. Krafttiere oder Göttermythen. Die Steine finden sich am Amurufer.

Unser Tag endet im Wohlfühle-Boutique-Hotel in ChabarowskCity – mit einem heißen Genußbad – der Dampf, der die Scheiben der Fensterbeschlägt, erinnert mich stark an den morgendlichen Nebel am Berg der Liebe.

Männerkloster, Kosakenmuseum & Stadt Chabarowsk

Nach einer Wohlfühlnacht fahren wir zuerst zum Männerkloster in die orthodoxe Siedlung Belowodje und anschließend ins Kosaken-Museum. Es zeigt die Geschichte der Kosaken in der Amur Region auf höchst eindringliche Art. Sie sicherten bereits mit den ersten Pelztierjägern im 16. Jahrhundert die Grenze zu China. Das Museum zeigt auch ihre Rolle im russisch-japanischen Krieg von 1904 und ihr trauriges Ende als sie nach der Revolution und dem Bürgerkrieg1918-1922 nach China immigriert wurden. Ausstellungsstücke u.a. ein alter Samovar, ein Spinnrad, Kosakengewehre, Feldpostbriefe, Fotos, Ikonen, Bücherund Geschirr.

 

Der nächste Programmpunkt ein Rundgang durch die Stadt Chabarowsk (Verwaltungszentrum und größte Stadt der Region), dem wirtschaftlich und kulturellem Zentrum des Fernen Ostens. Die Stadt liegt am Zusammenfluß von Amur und Ussuri – 30 km von China entfernt.

Sehenswertes: der Zentralmarkt nahe dem Bahnhof, die 3 km lange Eisenbahnbrücke über den Amur - ein architektonisches Wunder, Amur Steilufer-Promenade, zwei Bahnhöfe, das Heimatkunde-, Armee- und Kunstmuseum, der Komsomolplatz– der Hauptplatz der Stadt, auf dem sich die Kathedrale Maria Himmelfahrt befindet. Daneben sehen wir ein monumentales Denkmal zu Ehren für die Helden des Bürgerkrieges 1918-1922; heute im Zentrum des Platzes steht die Erlöser Verklärungskathedrale, die dritthöchste Kirche in Russland. Rechts der Kathedrale befindet sich das Medien-Gebäude; des Weiteren die Gottesmutter-Entschlafens-Kathedrale mit blau glänzendem Dach, das Schauspielhaus, Jugend-, Musik- und Pantomie-Theater. Am schönsten Platz von Chabarowsk, an dessen Stelle sich früher die Taiga erstreckte, entstand nach Abholzung des Waldes ein Friedhof.Nach dessen Schließung wurde der Platz nach Zar Nikolay II. benannt. Heute stehen hier u.a. öffentliche Gebäude wie die Lokalregierung von Chabarowsk, Medizinische Hochschule oder eine Akademie.

 

Jetzt heißt es „sputen“, um nicht zu spät zum Husky Schlittenhunde-Areal zu kommen– Hasi Buri; ein ganz besonderes Erlebnis; einerseits diese wunderschönen und klugen Tiere mit ihren stahlblauen Augen zu bewundern und andererseits mit ihnen einen kleinen Spaziergang zu wagen. Auch Veranstaltungen werden in Hasi Buri angeboten: Schlitten- und Mondscheinfahrten, Spaziergänge mit den Tieren, Nighttours, Expeditionen durch die Wildnis uvm.

Über Futter- und Geldspenden freuen sich die Hunde und ihr Team! Es ist immer eine gute Sache Tieren zu helfen! (untenstehende Kontaktadresse)!

Letzes Highlight dieser Reise - Sibirische Tiger im Wildreservat

Die Zeit scheint leider nicht stillzustehen. Wir haben nur mehr ein paar Tage, denn bald ist unsere aufregendes Abenteuer Sibirien vorbei. Heute ist der eigentliche Höhepunkt der Reise: die Fahrt ins hundert km entfernte Duminskoje Wildreservat. Aufgrund der schlechten Straßen nur möglich mit dem GAZ - einem robusten (russischen) AllradBus.

 

Im Reservat angekommen - können wir, dank Alex Batalov, der sein Leben als Direktor des Reservats - einem der letzten verbleibenden Lebensräume der größten Tigerarten der Welt widmet, die Großkatzen auch tatsächlich in ihrem angestammten Lebensraum beobachten. Batalov ist eine anerkannte Größe als Tierschützer, Experte für Methoden zur Überwachung und Verfolgung von Wildtierpopulation und Herausgeber von Fotobüchern über Amur-Tiger und Himalaya-Bären.

Für uns ist dieser Programmpunkt ein unvergeßliches Erlebnis – durch den Wald zu streifen, Kamerafallen installieren, Pflanzen, Bäume und Beeren kennenzulernen und hinter jedem Baum einen Tiger zu vermuten, das hat schon „Etwas…und ja, wir sehen tatsächlich kurz einen Tiger– allerdings nur vorbeihuschen“.

Das Wildtierreservat wurde 1993 gegründet – das Hauptziel des Schutzgebietes besteht darin, die natürlichen Ressourcen des Gebiets optimal nachhaltig zu nutzen und daran festzuhalten sowie die dort lebenden Wildtiere insbesondere die gefährdeten Amur-Tiger zu fotografieren und beobachten. Der Sibirische, Amur, Mandschurei oder Ussuri Tiger ist die größte Art dieser Großkatzen. Sein Gewicht beträgt von 200 bis 350 kg und seine Länge ca. 3,5 m.

Im Territorium des Naturschutzgebietes Durminskoje in der Taiga - direkt im Lebensraum der wilden Tiere - gibt es für Touristen auch die Möglichkeit in vier Blockhütten, die schlicht eingerichtet sind mit zwei Betten, Ofen, Strom inkl. Vollpension – zu übernachten; leider auch hier keine Dusche und WC - man muß ins Freie gehen bzw. in die Banja. Unweit des Öko-Areals kann der Gast sich seinen Fisch selbst angeln wie beispielsweise die wohlschmeckende Äsche, die übrigens hervorragend schmeckt und in Europa kaum zu bekommen ist.

Solange man hier wohnt, bietet Alex und seine Ranger den Service auf die „Pirsch zugehen und Tiere beobachten“ für alle Gäste an. Er meint: „Hat man das Glück einen Tiger direkt in die Augen sehen zu können, dann passiert Etwas in einem. Es öffnet sich in uns eine Tür zu der tiefsten Existenz unserer Seele“, so wie es bei Alex der Fall war.

 

Nachtlebenund Barbecue bei einer russischen Familie - Datscha

Nach den zwei aufregenden Tagen im Tigercamp fahren wir zurück nach Chabarowsk, wo wir uns noch ins Nachtleben stürzen. Wir sind fasziniert und angenehm überrascht, gibt es doch für jeden Geschmack ob "Jung oder Reifer" das Passende, vom Harley Davidson Club, über Discos, Musik-oder Bierlokale bis hin zum Restaurant oder Kunstraum (Restaurant und Barin einem). Das Angebot ist vielseitig – einfach klasse.

 

Am letzten Abend Einladung bei einer russischen Familie in deren Datscha (Freizeit- und Sommerhäuser der Russen mit Garten). Eine neue Art zu Reisen - Russland macht' s vor - bei der Gastfamilie zu wohnen, mitzuhelfen und Einblicke in deren Kultur und Lebensweise zu gewinnen. Es war für uns ein besonderes Erlebnis der Willkommenskultur.

 

Vorunserer Abfahrt zum Airport noch ein letzter Blick auf Chabarowsks Steiluferpromenade - die atemberaubende Aussicht auf die Stadt und die beiden Flüsse Amur und Ussuri genießen. Wehmütig verabschieden wir uns von einem weltoffenen, weiten und sehr gastfreundlichen Land mit Riten, Traditionen und allem, was einen Sibirien-Urlaub ausmacht: "dosvidaniya, Sibir', my vernemsya"!!

Dieses Land hat uns die Hand gereicht und wird einen Teil von uns bei sich behalten. Die Erinnerung und den Blick des Tigers behalten wir als einen metaphorischen Ring um unsere Finger, einen Knoten, der uns in anderen Zeiten wieder an die tiefste Essenz unserer Seele, die uns in Russland ganz nahe gekommen war, erinnern wird.

Fazit:

Wir hätten uns das Land nicht so vorgestellt, vielseitig und für jeden Geschmack und auf jedes Geldbörserl zugeschnitten; wir fühlten uns sehr sicher und waren willkommen; das neue Reisen "in einer Datscha" hat es uns besonders angetan; hier hat man Familienanschluß und auch sprachlich gibt's kaum Barrieren (englisch); von der Landschaft her waren wir fasziniert: einerseits unendliche Weiten, unberührte Natur, karge Steppen und in der Ferne Wälder wie in grauer Vorzeit. Frühling und Sommer lassen die Luft vor Wärme vibrieren. Die Zeit scheint still zustehen hier im Osten Sibiriens an Chinas Grenze. Die Natur lebt noch ihr ursprüngliches Leben. Und daher sind hier auch Tigerbeobachtungen möglich. Was kann es Schöneres geben als die Welt so zu sehen, wie Gott sie schuf? Und die andere Seite Sightseeing, Shopping, Theater, Veranstaltungen, Abend- bzw. Nachtleben.

Auf jeden Fall kann man Sibirien jeden empfehlen, der das gewisse Etwas sucht – ob Sportler, Genießer, Hobby-Florafan oder Tierbeobachter, der Tourist wird das Finden, was er sucht! Die Menschen sind freundlich und hilfsbereit, freuen sich über europäische Gäste auch Österreicher/Deutsche, das Essen ist deftig und wohlschmeckend und der Vodka hervorragend; einfach eine großartige Kombination. Hinfahren lohnt sich. Wie sagte einst Karl Farkas: "Schau'n Sie sich das an, Sie werden überrascht sein!" Sibirien ist offen für abenteuerliche Unternehmungen und bereit für den Tourismus aus allen Herren Länder. Ein besonderes Lob gebührt unseren Guides und Gastgebern - sie waren sehr zuvorkommend, wir wurden überall herzlich empfangen und rund um die Uhr gehegt und gepflegt.

fotocredit: ifpa

Einge Reiseinfos:

Nähere Details zu Sibirien, Ausflüge, Tourvorschläge, Quartiere, Überetzer in deutsch/englisch/russisch

email: tour@utatravel.ru; Tel. 007-4212-77-55-56, Ansprechsperson: Tanja (sehr vertrauensvolle und professionelle Reise-Agentur)

Beste Reisezeit Frühling-Herbst (zwischen 15-25 Grad ungefähr)

Währung: russische Rubel 10 Euro = ca. 778 Rubel (ohne Gewähr); es gibt Geldautomaten: man kann aber auch mit e- oder creditcard zahlen

Stromspannung: 220 V

Russisch Kenntnisse wären vorteilhaft

ein typisch russisches Menue besteht aus Salat, Suppe, Hauptgericht und Kompott

Trinkwasser: nicht empfehlenswert

Transsibirische Eisenbahn: www.transib.ru (trans-sib.de)

Husky camp Hasi buri: https://www.facebook.com/hasi.buri.1 (Anfragen in Englisch wegen Besuch, Spenden etc.)

Airline Aeroflot - man fliegt bequem ab Wien: www.aeroflot.com/ru-de  (Büro Wien Tel. +43 (0)1-512150)

Deutschland: 08 000 001 151 (wegen den Gebühren nachfragen - Kontaktcenter) Visumpflicht; Paß mindestens 6 Monate Gültigkeit ab Abreise

Öko-Camp Alex Batalov - Tiger (Tiere) beobachten:

Mr. Batalov ist Biologe, Direktor, Forscher, Wächter und Buchautor kämpft und engagiert sich seit über 30 Jahren für den Erhalt der (Sibirischen/Mandschurei/Ussuri)Amur Tiger, die einerseits Feinde (China kauft das Holz) durch das Abholzen der Eichenwälder haben – denn ohne deren Früchte (Eicheln) hungern die Wildschweine, welche u.a. die Leckerbissen der Großkatzen sind und andererseits gibt es leider immer wieder Wilderer (die keinen Respekt Tieren gegenüber haben), die Tigertatzen und andere Teile an die Chinesen verscherbeln – trotz sieben Jahren Haft (viel zu wenig, da gehört drakonisch gestraft); schlimm was Menschen Tieren antun – und daß ständig in diesen Zusammenhang „China“ erwähnt wird – ist traurig, erschreckend & furchtbar!!!

Heute aufgrund des staatlichen Schutzprogrammes findet man ca. 540 Sibirische Tiger im Sikhote Alin Gebirge - übrigens ist der Amur Tiger der einzige, der in Eis und Schnee leben kann – und dank dem engagierten Tierschützer Alex werden sie u.a. auch von Ranger überwacht. Sein Schutzgebiet und Waldreservat Durminskoye umfaßt ca. 20.000 ha, wurde 1993 gegründet und vereint die Erhaltung von Flora und Fauna mit der Überwachung der Jagd auf ausgewählte Tiere in Form von Kamerafallen – das gilt insbesondere für die gefährdeten Amur Großkatzen aber auch Bären und sonstiger Tiere. Das Öko Camp kann man das ganzjährig besuchen. Alex und sein Team geht mit seinen Gästen täglich auf Tigerbeobachtung, wobei es natürlich auch Glückssache ist – einen dieser majestätischen Tiere zu Gesicht zu bekommen. „Der Amur Tiger ist der größte und mächtigste unter seiner Artgenossen – er fasziniert mich – ich habe großen Respekt und Liebe zu diesen Geschöpfen; jeden dieser Katzen, die ich schon gesehen habe, gebe ich Namen– für mich ist ihr Schutz u.a. zur Lebensaufgabe geworden, denn sie sind wie Kinder zerbrechlich und empfindsam - und ich will sie beschützen“, so Alex Batalov.

Apropos Amur Tiger – der Name kommt vom Amurfluß, der mächtig und groß sich seinen Weg bannt. Hoffen wir, dass diese herrlichen Geschöpfe uns Menschen noch lange erhalten bleiben; leider wird ihr Lebensraum immer kleiner–durch Abholzung, Einengung seines Jagdgebietes und die schreckliche Wilderei - für irgendwelche, die über Leichen gehen, wenn es um Tiere geht – grausam, daß es solche Menschen gibt. (Reservierungen und Buchungen siehe oben bei utatravel)

 

Einige russische Wörter:

Guten Morgen                      dobroye utro

Gute Nacht                            spokoynoy nochi

Bitte                                        pozhaluysta

Danke                                      spasibo

Was kostet                              skol'ko stoit

Wie spät ist es                         kotoryy chas

Ich möchte was Essen/Trinken    YA khochu chto-nibud' poyest' /vypit'

Taxi                                             taksi

Ich brauche Hilfe                      Mne nuzhna pomoshch'

Aufwiedersehen                        do svidaniya

Wo kann ich Geld wechseln    Gde ya mogu obmenyat' den'gi

Wo ist die Touristeninfo           gde turisticheskaya informatsiya