Seltenes Waldrind geht in WWF-Fotofalle

Erster Nachweis nach fast 15 Jahren

Das seltene Saola-Waldrind in Asien ist nicht ausgestorben. Dieser Nachweis gelang der Naturschutzorganisation WWF nun erstmals seit 1999. Ein Exemplar der erst 1992 entdeckten Säugetierart wurde im vietnamesischen Regenwald von einer WWF-Kamerafalle fotografiert. „Der WWF will diese seltene Art aus der Familie der Hornträger unbedingt vor dem Aussterben retten“, so Stefan Ziegler, WWF-Referent für die Region.

„Als wir zum ersten Mal die Fotos aus der Kamerafalle sahen, konnten wir es kaum glauben. Das Saola ist so etwas wie der Heilige Gral unter den Tierarten Südostasiens“, freut sich Stefan Ziegler. „Das Saola ist nicht nur eine der spektakulärsten, zoologischen Entdeckungen der vergangenen 50 Jahre, sondern stellt auch ein großes Mysterium dar. Wir wissen bis heute kaum etwas über die Lebensweise und die Zahl der noch existierenden Tiere.“ Die Wiederentdeckung ist ein positives Signal für die Zukunft dieser stark bedrohten Art“, so Ziegler.

 

Der Lebensraum des Waldrinds - die Annamiten-Region - erstreckt sich über die Grenzregion zwischen Laos und Vietnam. Während auf laotischer Seite vor allem der illegale Holzeinschlag den Lebensraum bedroht, stellt die Wilderei auf der vietnamesischen Seite ein Problem dar, so der WWF. Um das Saola vor dem Aussterben zu bewahren, wurde in den beiden Ländern ein Netz aus Schutzgebieten und Korridoren eingerichtet.
Parallel dazu versucht der WWF gemeinsam mit Wissenschaftlern mehr über Populationsgröße und Lebensweise des Waldrindes herauszufinden um mit Hilfe neuer Erkenntnisse die Schutzmaßnahmen verbessern zu können. „Optimistische Schätzungen gehen von einigen hundert Saolas aus. Es könnten auch nur noch ganz wenige Individuen existieren“, befürchtet Stefan Ziegler. Das Forschungsprojekt, durchgeführt vom WWF und den vietnamesischen Forstbehörden ist Teil eines Vorhabens, das den Artenreichtum in den Wäldern Südostasiens bewahren will.

 

 

fotocredit: d.hulse/WWF-Canon