Essen, das Ruhrgebiet erkunden

Es ist kaum zu glauben, was man hier alles entdeckt.....

Essen ist die größte Stadt im Ruhrgebiet mit nahezu 600.000 Einwohner; die Stadtfläche erstreckt sich im westlichen zwischen Ruhr im Süden und Emscher im Norden. Die Stadt ist Standort wirtschaftlicher Vereinigungen, Bischofssitz und Sitz der Uni. Die Hochschule (Folkwang) für Musik, Theater und Tanz und das Kulturinstitut sind international bekannt. Für die „grüne Lunge“ sorgen u.a. die 65 ha große Volksparkanlage Grugapark mit. 44 Skulpturen (der größte Skulpturenpark des Ruhrgebietes) Aussichtsturm, Kaskade, botanischen Garten, Aquarium, die dampfbetriebe bunte Liliputbahn auf einer 3,3 km Streckenlänge oder das weiträumige Erholungs-Wandergebiet (Baldeneysteig) rund um den Baldeneysee (der größte von sechs Ruhrstauseen).

Essen war über ein Jahrhundert lang das Zentrum für Kohleförderung und Stahlproduktion in Deutschland. Heute ist es im Ruhrgebiet ruhig geworden, die Steinkohleförderung hat zur Gänze aufgehört und die Stahlproduktion hat sich nach Ende der Krupp-Werke nach Duisburg verlagert. Die Stadt Essen ist zu einer Gartenstadt geworden. Nachdem Essen 2010 Kulturhauptstadt Europas war, wurde ihr 2017 der Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ verliehen: Seit 1958 ist die Stadt Bischofssitz der katholischen Kirche.

Die Großstadt ist älter als die Hauptstadt Berlin oder Bayerns Metropole München. Im Jahre 845 wurde hier von einer Adelsfamilie um den Bischof Altfrid  von Hildesheim unter Kaiser Otto ein Frauenstift für die Töchter des sächsischen Adels gegründet, um das sich sehr schnell eine Siedlung erhob. Schon seit dem Jahre 800 gab es südlich der Ruhr, im ältesten Stadtteil Essens und der beliebtesten Wohngegend Werdens ein Benediktinerkloster, daß vom Hl. Liudger (Missionar) gegründet wurde. Die kreuzförmig, dreischiffige Emporenbasilika ist ein historisches Dokument. Augenmerk hier der Sarkophag mit den sterblichen Überresten des Bischofs, der in der Altfried-Krypta aufbewahrt wird und besichtigt werden kann. Werden war eine Tuchmacherstadt. Sehenswertes u.a.: Friedhof Dückerstraße & Dückerpark mit seinen Statuen, Ruhr- und Gustav-Heinemann-Brücke oder der Julius-Hecker-Platz.

Im 17. Jahrhundert hatten Bauern in der Umgebung von Essen bei Feldarbeiten Steinkohle gefunden. Damit war der Grundstein für die kommende Steinkohleförderung gelegt. Bald hatten sich Bergwerksunternehmen gebildet und zahlreiche „Zechen“ wurden gegründet. Bis in die achtziger Jahre wurde hier Kohle gefördert. Eine der letzten, die geschlossen wurde, war die Zeche Zollverein, die 2002 zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Man versicherte uns, daß nach der Erdöl- und Kohlenkrise in den späten fünfziger Jahren und dem Zusammenbruch der Kohleförderung - die vielen hundert Kilometer zählenden Stollen einerseits zum Teil versiegelt wurden und andererseits man sie teilweise bestehen ließ; das sich darin sammelnde Grundwasser wird regelmäßig ausgepumpt. Wäre dem nicht so, würde sich die Erde darüber absenken, wie man es in den Außenbezirken Essens teilweise sehen kann.

Mit Essen wird stets der Name Krupp verbunden bleiben; seit dem 16. Jahrhundert war diese Familie in Essen ansässig; 1811 gründete Friedrich Krupp eine Gußstahlfabrik, die nach anfänglichen Mißerfolgen ab 1846 gewaltig expandierte, als sein Nachfolger Alfred Krupp den nahtlosen Stahlreifen (vor allem für die Eisenbahn) zu produzieren begann. Weitere Erweiterungen führten dazu, daß die Werksanlagen des alten Stadtgebietes auf mehr als 300 ha Fläche anwuchsen.

 

Friedrich Krupp fühlte sich für das Wohl der Essener Bevölkerung zuständig; er hatte sein eignes Lohnsystem, eine eigene Krankenkasse und Krankenanstalten. Seinen Beschäftigten stellte er eigene Wohnhäuser zur Verfügung. Seine Frau, Margarethe Krupp stiftete aus Anlaß der Vermählung ihrer Tochter Bertha mit dem Diplomaten von Gustav Georg Friedrich Maria von Bohlen und Halbach im Jahre 1906 eine Arbeitersiedlung die „Margarethenhöhe“. Eine für die damalige Zeit bemerkenswerte Wohnanlage von zig Häusern, meist zweigeschossig inkl. Garten, wobei kein Haus dem anderen gleicht: variierende Gestaltungselemente wie Erker, Laubengänge, geschwungene Giebel, Pilaster oder Natursockel. Der Essener Architekt & Designer Georg Metzendorf (ein Günstling Kaiser Wilhelms II.) schuf damit die erste deutsche Gartenstadt (im südlichen Stadtteil) für Naturliebhaber, die noch heute beispielhaft ist und als städtebauliches Juwel gilt; es sollte alles möglichst nahe für die 7.500 Bewohnern in ihren über 930 Gebäuden sein, wie beispielsweise: Arztpraxen, Geschäfte, Handwerker, Kindergärten, Bauernmarkt, Spielplätze und 50 ha Wald. Weiters stiftete die Fabrikantengattin 1907 der Bevölkerung die Waldparks Sommerburg- und Nachtigallental.

Spaziert man durch die idyllische 115 ha große - von der Margarethe Krupp Stiftung verwaltete Gartenstadt mit ihren verwinkelten Gassen, bestaunenswerten Fassaden und dem reichhaltigen Blumenschmuck, entdeckt man u.a. in der Sommerburgerstraße das „Kleine Atelierhaus“, es beherbergt die Dauerausstellung „Gartenstadt Margarethenhöhe“ - die Geschichte einer der bedeutendsten Siedlungen der internationalen Gartenstadtbewegung; früher ein Künstleratelier und heute vom Ruhrmuseum und der M. Krupp-Stifung ein Ort der Kultur mit Ausstellungen, das einstige Gasthaus – heute Mintrops Stadt Hotel am alten Marktplatz, den Schatzgräberbrunnen (eines der bekanntesten Kunstwerke auf der Höhe; Architekt Georg Metzendorf und Bildhauer J. Enseling schufen den Brunnen gemeinsam), die ehemalige Kruppsche Konsumanstalt (Einkaufsladen EDEKA heute), Bronzeskulptur die Säerin & Knöchelspielerin, der spielende Bär (früher im ehemaligen Gasthaus - heute im Heimatgeschichtlichen Centrum Am Brückenkopf), ehemalige Werkhaus, die Margarethe Krupp-Ehrenplakete an der Treppe Am Brückenkopf, farbige Keramikfliesen an der Haustür oder Wandschmuck oder der Knabe mit Flöte im Vorgarten des Hauses im Stillen Winkel.

Die Siedlung war/ist gestern als auch heute noch ein beliebtes Wohngebiet – es gibt sogar Wartelisten für Wohnungen.

Nach den verheerenden Bombenangriffen des 2.Weltkrieges auf Essen wurde in der Nachkriegszeit die alte Struktur nicht mehr hergestellt, sondern weitgehend modern geplant. Von der alten Pracht sind u.a. das ehemalige Münster, die Bischofskirche – heute der Essener Dom mit dem ehemaligen Frauenstift erhalten, die im Jugendstil erbaute Synagoge aus dem Jahre 1911, das älteste Kino Deutschlands die Lichtburg, das 1892 vom Industriellen Friedrich Grillo gestiftete gleichnamig Theater, etliche Hotels und Kaufhäuser im Stil der Jahrhundertwende oder des Jugendstils, darunter der Prachtbau des Hotels Handelshof.

 

Auf dem Gelände der ehemaligen Krupp-Werke kann man noch das bescheidene Anwesen, das der erste industrielle Krupp mit seiner Familie bewohnte, besuchen. Die sehenswerte Villa Hügel, Wohnsitz der Familie Krupp und Bohlen-Halbach bis 1945, wurde von den Amis beschlagnahmt und 1952 bekam die Familie sie dann wieder. Die Villa wurde 1873 für Friedrich Alfred Krupp und dessen Gattin Margarethe erbaut. Sie diente über sieben Jahrzehnte gleichzeitig als Wohnhaus und Repräsentationsgebäude für drei Generationen mit 269 Räume, inmitten eines 28 ha großen Park; sie erhebt sich über dem 8 km langen Baldeneysee. Die Pläne für den Bau zeichnete Krupp selbst, weshalb er sich ständig mit den ausführenden Architekten über die Umsetzung seiner Ideen stritt. Ein Prachtbau mit mehreren Flügeln und zwei riesigen übereinanderliegenden Hallen. Natürlich auch klimatisiert, für die damalige Zeit unvorstellbar zukunftsorientiert. Seit 1953 finden hier auf Initiative des letzten Firmeninhabers Alfred Krupps bis heute große international bedeutende kunst- und kulturgeschichtliche Ausstellungen statt.

 

Einer der größten Schätze von Essen der Domschatz (Schatz des ehemaligen Damenstifts) blieb während des Krieges unversehrt und wurde auch nicht Beute der Besatzungsmächte; er war wohlverwahrt in ein einem Bergwerksstollen des Sauerlands. Heute ist er die Sensation des Doms (Münsterschatzmuseum) zeigt er doch die älteste vollplastische, goldene Madonna des Abendlandes aus dem Jahre 980, die einzige derartige Mariendarstellung der Welt. Aus der gleichen Zeit stammen etliche Monstranzen, mit Gold und Edelsteinen bedeckt, vier Vortragskreuze, einen siebenarmigen Bronzeleuchter, goldene und silberne Schreine und das im späteren Mittelalter künstlerisch umgestalte Richtschwert von Cosmas und Damian, den Stadtpatronen von Essen. Weitere Höhepunkte bilden die (Lilienkrone) Kindskrone Ottos III., das Kreuznagelreliquiar oder das Theophanu Evangeliar mit geschnitzter Elfenbeintafel.

Wer noch mehr von Kunst sehen will, ist im renommiertesten Kunstmuseum Deutschlands, dem Museum Folkwang gut aufgehoben. Einen hohen Stellenwert genießen die klassische Moderne und Malerei nach 1945, Skulpturen, die Fotografie sowie Objekte des Kunstgewerbes. Die Sammlung des Museums bietet den Besuchern eine beeindruckend vollständige Übersicht über die deutsche und französische Malerei und Skulpturen des 19./20. Jahrhunderts. Eröffnet 1902 in Hagen vom Kunstmäzen und Sammler Karl Ernst Osthaus. 1921, nachdem Osthaus verstarb, wurde seine Sammlung nach Essen verkauft und ist seit 1922 Eigentum des Folkwang Museumsverein und der Stadt Essen.

Während der NS Zeit verlor das Museum fast 1.400 Werke. Nach Kriegsende konnte Vieles wieder zurückgekauft werden; 2006 finanzierte die Alfred Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung den Neubau des Museums. 2010 wurde das neu gestaltete Museum vom bekannten Architekten David Chipperfield – im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 - offiziell eröffnet.

 

Was wäre Essen ohne einen Besuch seines Weltkulturerbes „Zeche Zollverein“ im Nordosten gelegen, ein riesiges Gelände mit seinem markanten Förderturm und der Kokerei am Rande eines in den letzten Jahren gewachsenen Grüngürtels zwischen den einzelnen Werksanlagen. Ein imposantes Beispiel der industriellen Entwicklung Ende des 19. Jahrhunderts. Die Zeche war in der ersten Ausbaustufe bereits 1847 gegründet worden und bestand bis 1986. Das Wahrzeichen des alten und neuen Ruhrgebiets das Welterbe Zollverein. Das 35 ha große Gelände gliedert sich heute in drei Bereiche und umfaßt Schacht XII (Bereich A), Schacht 1/2/8 (Bereich B) und die Kokerei (Bereich C). Zusammen mit der Kokerei Zollverein und der Gründungsschachtanlage 1/2/8 gehören sie heute zu den Welterbestätten der UNESCO.

Wo früher täglich Kohle gefördert, aufbereitet und weiter zu Koks veredelt wurde, befindet sich heute ein moderner, lebendiger Standort für Kultur und Design. Auf dem Denkmalpfad der Zeche und der Kokerei Zollverein können die Besucher in die industrielle Vergangenheit eintauchen mit Hilfe der Erlebnisführungen.

Auf dem Zeche Zollverein Gelände befindet sich noch das Ruhrmuseum - Regionalmuseum des Ruhrgebietes, eine Dauerausstellung widmet sich Exponaten der faszinierenden Geschichte einer der größten Industrieregionen der Welt – der Entstehung der Kohle vor 300 Millionen Jahren bis heute & eine komplexe Schau über den gesamten Landstrich, sowie das „Red Dot Design Museum“ im ehemaligen Kesselhaus der Zeche (umgebaut durch Lord Norman Foster), das sich in Gegenüberstellung von Alt und Neu mit dem Design des 20.und 21. Jahrhunderts beschäftigt. Es ist die weltweit größte und ungewöhnlichste Ausstellung zeitgenössischen Designs. Auf mehr als 4.000 m2 Flächen werden rund 1.000 Produkte aus aller Welt präsentiert – allesamt ausgezeichnet mit dem red dot award.

 

Nicht verlassen sollte man Essen, ohne die Stadt zu erkunden: u.a. beginnend ab HBH führt eine breite Einkaufsmeile – die Kettwiger Straße – einst eine der mondänsten Einkaufsstraßen Deutschlands und erste FUZO - in die City, das Deutschlandhaus, das moderne Schauspielhaus Grillo Theater mit historischer Fassade, das deutsche Plakatmuseum (einmalig - besitzt eine der größten Spezialsammlungen weltweit), der Burgplatz, Münsterschatzmuseum, Marktkirche mit Standbild von Alfred Krupp, das größte Rathaus Deutschlands (106m Höhe/330.000m2 Raum); auf seinem Dach findet man einen Laserstrahl, der über die Stadt schwenkt; vom 22. Stock der Panoramaetage hat man einen grandiosen Blick über die Stadt bzw. das Ruhrgebiet oder die alte Synagoge als Jugendstilhaus gebaut - heute Dokumentationsstätte jüdischen Lebens – steht unter Denkmalschutz.

 

Will man in Essen auch Übernachten – empfiehlt es sich ins Motel One einzuquartieren: mitten in der Innenstadt, moderate Preise, wunderschöner Ausblick vom Hotelfenster (Terrasse) über den Kennedyplatz; freundliches Personal, gemütliche Zimmer und ein bestaunenswertes Ambiente zeichnen diesen (futuristischen) Hotelkomplex aus. Frühstück ist nicht inkludiert.

 

Gut denieren kann man in folgenden Lokalen:

Garten & Bar Rosemarie  https://rosemarie-gartenbar.de/ 

Leo's Casa http://www.leoscasa.de 

Seaside Beach Baldeney https://www.seaside-beach.de Relaxen und Entspannen ohne Tests!!!!

Dampfbierbrauerei Borbeck https://www.dampfe.de/ 

Hotelbar Motel One Specialcocktails: https://www.motel-one.com/de/hotels/essen

 

Weitere Detailinfos über Ausflüge, Besichtigungen, Mietauto etc.:

Essen Marketing EMG: www.essen-marketing.de (Kennedyplatz 5) Tel. +49 201 887200

fotocredit: ifpa/emg/v.hügel/m.folkwang