Es gilt ein Juwel zu entdecken

GAUJA Nationalpark - der größte und älteste des Baltikums

Als ich das erste Mal von „Lettland & Nationalpark„ hörte – wurde ich neugierig und nach einigen Recherchen über das Baltikum, entschloß ich mich spontan, den Nationalpark Gauja zu erkunden.

 

Lettland ist einer der Nachfolgestaaten der Sowjetunion und gehört zu den drei kleinen baltischen Staaten. Das Land liegt

zwischen Estland, Weißrussland, Litauen und Russland; seit dem EU Beitritt 2004 ist Lettland ein sehr beliebtes Reiseziel, das sein Sowjetunion-Grau abstreifen konnte und jetzt in frischen Farben erblüht.

Nicht nur die pulsierenden Metropole Riga & Direktverbindung mit der Airbaltic sondern auch Brauereien, 500 km lange, teilweise unberührte weißen Sandstrände, ruhiges Landleben, Camping und last but not least der Gauja Nationalpark ziehen Touristen aus allen Herren Ländern ins Land.

 

Der Nationalpark im Norden des Landes - auch „livländische Schweiz“ genannt - ist neben Riga das beliebteste Ausflugsziel Lettlands; Namensgeber war der 450 km lange Gauja Fluß; der Park ist in fünf Regionen unterteilt. Rund um das Gaujatal findet man verschiedene Reliefformen, Quellen, Sandsteinfreilegungen und eine große biologische Vielfalt (150 Vogel-, 40 Fisch- und 48 Säugetierarten wie Bären, Wolfshunde, Wildschweine, Elche oder Waschbären); geprägt ist der Park durch malerische

Landschaften sowie einzigartige Natur- und Kulturdenkmäler.

Der Nationalpark Gauja – besteht seit den 30er Jahren – bekam 1973 seine Grenzen und ist somit das größte Naturschutzgebiet des Baltikums. Er schützt auf einer Fläche von über 920 km2 den prachtvollsten Abschnitt des Urstromtales der Gauja von Valmiera bis Murjani.

 

Beginn unserer Tour: Metropole Riga

Angekommen am Internationalen Flughafen in Riga sieht man das neue Lettland – unvorstellbar in der ehemaligen Sowjetunion – westlich orientiert und aufgeschlossen.

Wir spazierten durch die geschichtsträchtige Neu- und Altstadt. 1997 wurde die Altstadt UNESCO Weltkulturerbe. Seit 1991 Anerkennung der Unabhängigkeit Lettlands - Riga wird wieder Hauptstadt einer freien Republik.

Sehenswertes: u.a. Rathausplatz, Schwarzhäupterhaus, Jugendstilviertel, Nationaloper, Domplatz, Freiheitsdenkmal, Rigaer Börse, Die Drei Brüder, Rigaer Schloß oder das Katzenhaus.

Nach der interessanten Stadttour verkosteten wir noch ein typisch lettische Spezialitäten, bevor es via Shuttle vorbei am Meer (balta kapa) ins 50 km entfernte Sigulda - dem „Tor zum Nationalpark“ - ging. Angekommen im Hotel Aparjods erholten wir uns für den nächsten Tag.

 

Sietiniezis (Siebfelsen), Faßmuseum und Valmiera

Erste Erkundungstour - umgeben von einer idyllischen Landschaft - zum mächtigen Sietiņiezis. Er enthüllt Sandsteinformationen und Verzierungen, die über Millionen von Jahren hinweg durch natürliche Prozesse entstanden, aber bis

heute noch nicht abgeschlossen sind und die Oberfläche des Sieb-Felsen formen. Er ist eine der höchsten Freilegungen des weißen Sandseins mit einer Höhe von 15m und von 0.5 km Länge. Man glaubt ein luxuriöses, helles Schloß aus Sandstein

vor sich zu haben. Gut zu erkennen sind ein Bogen, eine riesige Säule & Höhle mit zwei Ausgängen sowie hohe Klippen und Ecken. Die Sandsteinoberfläche besitzt winzige Löcher und unterscheidet sich somit von anderen Felsen. Da der Felsen die Sonnenwärme abhält, haben Wildbienen ihn für sich entdeckt. Sie schufen die kleinen Löcher – daher. auch der Name, da sie

ständig ein- und ausfliegen.

Es ranken sich viele Legenden um den Sietiniezis – eine davon erzählt von der 10 m tiefen Höhle mit zwei Ausgängen am südlichen Ende des Felsens – der Heimat des lettischen Teufels. Ihr Name Velnala (Teufels)-Höhle ist daher kein Zufall – manche sehen hier sogar einen Pferdefußabdruck?! Der größte Sandsteinvorsprung ist im südlichen Teil des Siebsteinfels zu finden, er wird Teufelsferse genannt, da Pelzebub von da aus über den Fluß sprang. Der höchste Punkt Sietiniezis - der natürlichen Burg - ist der Turm, von hier hat man einen grandiosen Ausblick auf den schönen blauen Fluß, der mit hellgrünen Astspitzen verziert

ist.

Nach dieser interessanten Natur-Felsen-Tour geht’s 14 km weiter zum Faßmuseum & der Werkstatt von Janis Grantins. Hier kann man nicht nur Fässer & Faßbauinstrumente bestaunen sondern auch dem Meister beim Bau helfen oder ein Faß selbst herstellen: also die Eichen-Tauben (Bretter) in die zwei Ringe schlagen – dann kommt das Faß aufs offene Feuer (ausfeuern),

um gewisse Aromen aus dem Holz zu lösen; mit Leinsamen, Roggenmehl und Schilf abdichten, den Boden einfügen und fertig ist das "Faßl". Individuell kann man sich auch Schaukelstühle, Badewannen, Stühle etc. maßgetreu anfertigen lassen.

Nach getaner „harten Arbeit“ macht sich Hunger breit und wir  stoppen im Restaurant Wolmor, um für den Spaziergang in Valmiera gewappnet zu sein;

das historische Zentrum von Valmiera bilden die Reste der mittelalterlichen Festung am Fluß Gauja entlang, die erneuerte Sankt Simons Kirche (13. Jhd.), die anliegenden Burgruinen des livländischen Ordens sowie das Heimat-Museum.

Das Gotteshaus besteht aus einem dreischiffigen Gemeinde- und Altarraum mit polygonaler Apsis sowie dem Backsteinturm (erst im 14. Jhd. dazu gebaut); an der Nordwand der Kirche wurden zwei Kanonenkugeln eingemauert im Gedenken an den Livländischen Krieg. Direkt neben der Kirche steht die alte Apotheke, das älteste Holzgebäude der Stadt - für Ausstellungen - und die Pferdepoststation. Die alte Hansestadt Valmiera ist die einzige in Lettland, die eines der besten Profi-Theater und eine Universität hat.

Der Rückweg führt uns entlang des Gaujaufers östlich an der Sankt Simons Kirche vorbei zum Stadtpark mit seinen lustigen Skulpturen, einem kleiner Friedhof und einer Freiluftbühne; Romantik versprüht der See Dzirnavu mit seinem farbenprächtigen Springbrunnen am Fuße der Festung Blaue Bastion und die am Fluß Ratsupite befindlichen steil abfallenden Sandsteinfelsen an der Gauja.

Doch etwas müde geht’s mit dem Shuttle zum Hotel Diklu pils.

 

Kokmuiza, Brauerei Valmiermuizas alus, Landgut Ungurmuiza, Archäologisches FreizeitMuseum Araisi

Frühmorgens Busfahrt nach Kokmuiža – hier war früher eine der großen Bierbrauereien im Herrenhaus; heute noch zu sehen u.a. das Landgut, Stallgebäude, die Bibliothek oder Keller der Brauerei. Die erste sphärische Sonnenuhr ist hier das Highlight.

 

Weiterfahrt zur Gutsbrauerei Valmiermuizas alus ins historische Zentrum der Stadt. Die Brauerei „Valmiermuiza“ ist ein kleines Brauunternehmen bei Valmiera. „Beim Brauen werden die Rohstoffe höchster Qualität eingesetzt und die Grundsätze des langsamen Brauens eingehalten. Nach sorgfältig ausgewählten Rezepturen wird ein „nicht pasteurisiertes und natürliches“ Bier gebraut, das die Bierliebhaber zu schätzen wissen“, erklärt uns Eli unsere Brauerei-Führer. Bei der Führung durch die Brauerei erfahren wir alles über den Altgeist des Anwesens, wie ein lebendiges Bier entsteht und dazugehörigen Rohstoffe; natürlich darf nach der (Bier)Theorie das Verkosten nicht fehlen und es hat geschmeckt! speziell Malzbier!!! Und weil’s gar so gut schmeckt, entschlossen wir uns, gleich auch in der anschließenden Bierküche ein Biermenue als Untergrund für weitere Verkostungen zu bestellen. Selten so lecker gespeist und verkostet!!!!

 

Leider mussten wir uns losreisen – denn das Landgut Ungurmuiza wartet; es liegt örtlich des Ungurusee und wird auch Gut Orellen genannt; übrigens das einzige noch aus Holz gebaute und erhaltene Barock Architekturdenkmal aus dem 18. Jhd., das sich im Nationalpark Gauja befindet. Das Landgut - inmitten einer großen Landschaft gelegen - gelangte zur Berühmtheit durch

seine alten 40 Eichen und andere exotische Bäume; gebaut wurde das Herrenhaus von Freiherrn von Campenhausen – heute enthält es ein Museum; im ersten Stock des hölzernen Gutes finden sich barocke Wand- und Deckengemälde.

Zu sehen sind u.a. eine Wassermühle, ein Fischteich, ein gut erhaltenes Teehaus auch Parkpavilion genannt und der schwarze Lindenweg zum Familiengrab derer von Campenhausen.

Das letzte Sightseeing für heutigen Tag ist das Freilichtmuseum Araisi. Die See-Burg Āraiši ist die einzige Rekonstruktion einer befestigten Siedlung des 9. - 10.Jahrhunderts in Europa. Der Museumspark zeichnet sich durch seine einzigartigen archäologischen Funde aus. Die Rekonstruktion befindet sich in ihrem originalen Milieu und der für Livland (Vidzeme) typisch, gut erhaltenen, kulturhistorischen Landschaft, die positiv im Kontrast zur heutigen urbanen Umwelt steht.

Der archäologische Museumspark (ein einzigartig historisches Kunstwerk) ist über einen Holzsteg erreichbar - besteht aus einer befestigten Siedlung der Lettgallen, einer mittelalterlichen Burgruine aus dem 14.-17. Jahrhundert und wieder aufgebauten Gebäuden aus der Stein- und Bronzezeit auf einer 12 ha großen Fläche am Ufer des Sees Āraiši in der Nähe von Cēsis.

Etwas geschafft nach dem Ausflug, freuen wir uns aufs Abendessen im Restaurant Faszenda in Cesis und ein bequemes Bett am Campingplatz - Ozolkains wooden house – ja Sie lesen richtig – es gibt Campinghäuser in Lettland!

 

Cesis – eine mittelalterliche Burg & die Kellerhöhlen von Ligatne

Aufgrund der guten lettischen Luft bestens ausgeruht und gespannt auf weitere Highlights, stand Mittelalter erkunden am Programm.

Cesis liegt im nördlichen Teil der Höhen von Vidzeme, direkt am Gauja-Nationalpark und ist von Wäldern und einer atemberaubenden Naturlandschaft umgeben. Die schönste Hanse-Stadt Lettlands liegt nur 90 km von Riga entfernt. Geht man durch das RauteTor betritt man den historischen Stadtkern. Die kleinen Gäßchen mit Kopfsteinpflaster in der reizvollen Altstadt, vermitteln einen Hauch von Geschichte, während landestypische Geschäfte eine große Auswahl von einheimischen Kunstgegenständen anbieten.

Sehenswertes: Die Kirche des Hl. Johannes, eine der ältesten Denkmäler der mittelalterlichen Architektur Lettlands, die Plattform des Glockenturms bietet einen grandiosen Blick auf die Stadt, das neue Schloß beherbergt das Museum und die Feste von Cesis.

 

Geschichte der mächtigen Burgruine, Kellerhöhlen und das „geheime“ Rehazentrum

Die Burg entstand 1207 als Festung, nachdem sie mehrmals umgebaut und erweitert wurde; ihre heutige architektonische Form hat sie Anfang des 16. Jahrhunderts erhalten. Ursprünglich hatte die Feste 5 Türme. Hier wurden nicht nur wichtige Entscheidungen der Landesherren getroffen sondern sie diente auch als Gefängnis für hohe Amtspersonen und Kriegsgefangene. Den Zugang zur Burg haben die Verteidigungsgräben und drei große Vorburgen, die von starken Mauern umgegeben sind, erschwert. Die gut befestigte Burg hat ihre ersten ernsthaften Schäden im Livländischen Krieg (1558-1583) erlitten und schon am Anfang des Großen Nordischen Krieges hat sie viele Machtwechsel und Beschädigungen erlebt, daß man sie nie mehr für militärische Zwecke nutzte.

Nach dem Rundgang durch die Festung stand einer Stärkung im Johathan SPA Hotel nichts mehr im Wege.

Nach der kurzen Rast fahren wir weiter zu den Kellerhöhlen und Felsen von Ligatne und Umgebung; es gibt eine große Anzahl - von der Natur freigelegten Sandsteins, genannt Felsen und Gestein. Die Kellerhöhlen wurden von den Einwohnern händisch gemeißelt. Die Sandsteinfelsen, die im Sonnenlicht golden, rötlich und grau schimmern, entstanden aus Sand- und Tonsedimenten, die sich durch das fließende Wasser angesammelt hatten. Im Laufe der Zeit sammelten sie sich immer mehr an und komprimierten sich, wodurch diese majestätischen und harten Felsen entstanden! Dieser ungewöhnliche Ort war Rettungsanker vieler Generationen, da die Höhlen ein Stauraum für notwendige Vorräte war.  Dank der gleichbleibenden gleichbleibenden Temperatur in den Labyrinthen, sind sie ein idealer Kühlraum für Lebensmittel und Getränke.

Nach dem Erforschen der Höhlen stand noch eine Weinprobe im Kellergewölbe unter einer Klippe am Programm – ein gutes Tröpferl aus Beeren und Früchten - dem Gaumen tats gut. Gut gelaunt nähern wir uns dem Höhenpunkt unserer Reise - Ligatne: ein Bunkerbesuch und Übernachtung im wohl „best gesichertsten Hotel Resort des ehemaligen sowjetischen Lettlands, dem „Kurortviesnica Ligatne“ (Rehabilitacijas centrs).

Schon beim Abendessen spürten wir den typisch sowjetischen Touch – von Wachstüchern am Tisch über Essen in großen Schüsseln mit Schöpfern bis hin zu blumig verzierten Wasserkrügen und die „kommunistische“ Unterhaltungsmusik im Hintergrund - das hatte schon was für sich – wie in den 70ern – uns gefiel’s - wir waren beeindruckt und fasziniert zugleich.

Auch die spartanisch eingerichteten großen Zimmer - wie anno dazumal – die Tapeten mit stilisierten Mustern in Grünbrauntönen, stabile Bettbänke, bequeme Holzbetten oder die etwas abgenützten Fauteuils – ließen uns in eine Zeit eintauchen, die es so wohl nie mehr geben wird.

 

Die geheime Anlage im sowjetischen Lettland mit Codenamen „Altersheim“ (Pansionāts), Museum Reservat Turaida, Gutmanshöhle

Ganz früh aus den Federn – wir hatten übrigens hervorragend geschlafen – waren wir alle sehr neugierig auf den Bunkerbesuch und was uns erwarten wird? Wann hat schon mal die Gelegenheit - so was zu sehen – und wir wurden nicht enttäuscht.

Auf dem Areal des Reha Zentrums Ligatne gibt es 9 Meter unter der Erde eine gut ausgestattete Anlage mit einer Gesamtfläche

von 2.000 m2. Der Bunker wurde für die Bedürfnisse & das Überleben der politischen und staatlichen Autoritätselite der 80er – sollte es zu einem Atomkrieg kommen - gebaut und modernst eingerichtet. Erst 2003 wurde der Geheimhaltungsstempel aufgehoben und der Bunker öffentlich zugänglich gemacht.

Dieses Objekt ist einer der strategisch eindrucksvollsten Orte im ehemals sowjetischen Lettland. Eine leistungsfähige, autonome, selbsttragende Struktur mit allen notwendigen und hochwertigen Geräten. Alles ist bis heute noch authentisch erhalten: wie z.B. Besprechungsräume, Sauerstoffreserven, autonome Kraftwerke mit Dieselgeneratoren, Tankanlagen, Telekommunikationsblock – der direkte Draht mit dem Kreml (Moskau), wobei das Rote Telefon noch heute funktioniert!!!, oder eine Kantine mit typisch sowjetischem Essen.

Geführt wurden wir durch das Bunkerlabyrinth von einem „KGB Agenten in Uniform“ und verabschiedet mit militärischem Gruß. Der „Agent“ hatten keine Minute Pause – der Besucher-Ansturm war enorm ( ein Bienenschwarm ist nichts dagegen) – wer kann sich das verdenken – ein bleibender Eindruck, der sprachlos macht! eine Sehenswürdigkeit, die man nicht jeden Tag zu sehen bekommt.

 

Nach den vielen Eindrücken der Vergangenheit nun wieder in die Ist-Zeit zurückgekehrt – Weiterfahrt nach Sigulda – zum MuseumsReservat Turaida; Das weite Territorium auch Garten Gottes genannt, ist reich an Denkmälern der Archäologie, Architektur, Geschichte und Kunst. Auf dem 44 Hektar großen Gelände des Museumreservats Turaida befinden sich die Grabstätte für die Rose von Turaida (tragische Liebesgeschichte, die mit dem Tod Maija endete), die älteste Holzkirche mit barockem Schnitzwerk auf dem Kirchenberg, einige rekonstruierte Bauernhäuser, der Dainuberg mit dem Volksliederpark und seinen 25 Skulpturen, ein bewirtschaftetes Landgut und die mit Backsteinen errichtete Burg Turaida1274 von Bischof Albert erbaut aber im 18. Jahrhundert vollständig abgebrannt bis auf den knapp 39m hohen Turm mit fünf Stockwerken, von dem man einen traumhaften Blick auf das Gaujatal und das Burgareal hat. Die Innenräume wurden restauriert und bieten einen Einblick in die damalige Wohnkultur. Im Museum sind archäologische Funde und die Folterkammer zu sehen.

 

Die anschließende am Weg befindliche Gutmanshöhle ist unweigerlich verbunden mit der Rose von Turaida. Dieser Höhle - einem offener Mund gleichend, ist die größte und älteste Sehenswürdigkeit Lettlands; ihr werden heilende Kräfte nachgesagt. Die Grotte wurde vom Fluß Gauja und einer unterirdischen Quelle geformt. Ein Einsiedler sollte - das in der Höhle entspringende Quellwasser einst als Heilwasser genutzt haben, um Menschen zu kurieren („gutmann“). Später haben Mädchen und Burschen das Wasser getrunken und sich damit gewaschen – um ewig jung zu bleiben oder die Liebe für immer einzufangen. Die Sonnenstrahlen, die im Frühjahr schöne Muster an die Wänden der Höhle werfen, erwecken die alten Legenden wieder zum Leben.

 

Für heute waren wir geschafft von den vielen Infos und Besichtigungen. Umso mehr freuten wir uns auf ein fürstliches Gemach und Diner im Schloß Birni. Auf einem Hügel am See wurde 1860 Birni gebaut. Ein erschaffenen Ort nahe Riga, Sigulda und der Küste Saulkrastis. Das Castle umgiben ein malerischer Park, Seen und das Gutsgebäude mit Hotel & Restaurant.

Bobbahn und die Ruinen der Burganlage von Sigulda

Ohne sich sportliche zu betätigen, kann man Lettland nicht verlassen, daher erste Stadion die Bob- und Rennschlittenbahn

"Sigulda"; sie wurde 1986 eröffnet und ist eine von wenigen Bahnen, die sowohl von Profisportler als auch Touristen benutzt werden kann. Die 1.200 Meter lange Bahn mit 16 Kurven kommt auf eine Geschwindigkeit bis zu 125 km/h. Bestens geeignet zur Austragung von Wettkämpfen und Trainingseinheiten für Bob, Rennrodeln und Skeleton. Jedes Jahr finden hier nationale und internationale Wettbewerbe statt. Da wir alle mutig sind - wagen wir eine Runde – wow – das hatte schon was für sich – aber Profi-Bobfahrer - nein das wollen wir nicht werden ;o))

 

Unser letztes großes Ziel – leider unser Urlaub neigt sich dem Ende zu – sind Sigulda und die Burgruine des livländischen

Ordens. Sigulda am Rande des Nationalparks wird stark besucht und hat ein gut ausgebautes Rad- und Wanderwegsnetz. Wegen seiner Hügellandschaft wird die Stadt, an den Ufern des Gaujaflusses liegend - auch als die lettische Schweiz bezeichnet. Sigulda besteht aus drei Stadtteilen der historischen Altstadt, Turaida und Krimulda.

Zu sehen: u.a. das ehemalige Gutsschloß – heute Neues Schloß von Sigulda genannt – ein neogotisches Meisterwerk im 19. Jahrhundert errichtet; außerhalb des Schloßgarten befindet sich ein Spazierstockpark, die Livländische Ordensburg Sigulda – diese Burg wurde im 13. Jhd. als kastellartige Festung errichtet. Heute können der Nord- und Torturm besichtigt werden oder man flaniert auf den Burgmauern einer längst vergangenen Ära; auf der Freiluftbühne werden im Sommer Konzerte und Veranstaltungen abgehalten;

 

Und weil wir gar nicht müde sind, geht’s noch zum Freizeitpark Ramkalni; sportlich wie wir alle sind – einige Fahrten mit der Sommerrodelbahn "a mords a Gaudi" – anschließend Lunch im Restaurant Vitinkalni.

 

Für die letzte Nacht war das Herrenhaus von Malpils unser Domizil, ein klassizistisches Denkmal aus dem 19. Jahrhundert; der barocker Park, eine malerische Naturlandschaft, ein Teich mit einem Chalon-Brunnen und blühenden Seerosen, laden Gäste ein, sich in dem Luxus Design Hotel samt Restaurant wohlzufühlen. Und wir genossen es - man gönnt sich ja sonst nichts!!!

 

Am früher Vormittag des nächsten Tages geht's  nach Riga zum Internationalen Flughafen - Retourflug (wie auch der Hinflug) natürlich mit airbaltic; man hat ein sehr sicheres Gefühl und fühlt sich gut aufgehoben im neuen Bombadier CS300. Im Flieger hatte man Zeit, die Reise Revue passieren zu lassen  - und im Gedanken noch versunken im Nationalpark Gauja - erklang im Lautsprecher plötzlich der "Donauwalzer und willkommen in Wien".

 

Fazit: Lettland – im speziellen auch der Nationapark Gauja ist ein unvergeßliches Erlebnis für mich – ich hätte mir nie vorstellen können, was man alles im Baltikum "Erleben" kann; ich bin fasziniert, wurde überrascht und habe einen bleibenden Eindruck mitgenommen: Lettland kann man nur bestens weiterempfehlen – hier ist der Gast noch König und das spürt man, egal wo man hinkommt – die Gastfreundschaft ist überwältigend - und man fühlt sich hier auch sicher Tag und Nacht - und das ist heutzutage wohl ein großes Plus zum urlauben - ich werde WIEDERKOMMEN - "ardievas Latvija!"

 

Einige Infos zu Lettland:

Beste Reisezeit von Mai bis September (im August ist es aber oft regnerisch), ca. 2, 3 Millionen Einwohner, Amtssprache lettisch, Währung Euro/Cent

Ein kleiner Wermutstropen - leider wird nicht überall DEUTSCH gesprochen in Hotels und Retaurants - aber ich bin guter Hoffnung, das ändert sich!

-ausgezeichnete TourismusInfos: erteilt www.entergauja.com/Tel. +37125429962

-„Der geheime Bunker“ in Litagne www.bunkurs.lv

- Freizeitpark Ramkaini www.ramkaini.lv

- Bob-Rodel-bahn www.bobtrase.lv

- airbaltic  www.airbaltic.com: seit 22 Jahren in der Luft; 1995 nahm die Airline ihren Betrieb auf. Heute gibt es Direktflüge von Riga in 60 Destinationen; Die Airline verfügt über eine Flotte von 30 Flugzeugen. Sommersaison 2018: neue Flugziele Malaga, Lissabon, Split, Bordeaux und Gdansk (Polen) kommen dazu. Die Fluglinie ist die pünktlichste und sicherste Fluggesellschaft weltweit. 2012 wurde die airbaltic von Airlinetrends unter die TOP 10 der weltweilt innovativsten Airlines gewählt.

 

Hotels alles bestens zu empfehlen

-Hotel Aparjods ruhige gemütliche Hotelanlage mit empfehlenswertem Restaurant www.aparjods.lv/de

-dikli Palace Hotel https://diklupils.lv/en (Abendessen nicht wirklich zu empfehlen)

-Ozolkalns wooden house (Campinghäuser) http://www.ozolkalns.lv/summer

!!Highlight der Reise: Kūrortviesnīca Līgatne Rehazentrum „das wohl best gesichertste Hotel samt Geheimbunker“ – das Essen wie auch das gesamte Hotel erinnerten an das sowjetische Lettland – uns allen hat’s gefallen –wieder einmal kurz in den 70er einzutauchen! www.rehcentrsligatne.lv

-Schloß Birini & Restaurant - leider ohne Lift - ideal zum Entspannen, mit einer überwältigenden Aussicht auf den See https://www.birinupils.lv/de/

-Herrenhaus von Malpils in einer barocken Parkanlage gelegen – auch das Essen schmeckt grandios www.mailpilsmuiza.lv

 

Restaurants:* bis ***

**3 pavari in Riga (man verwendet keine Teller sondern Papier auf den Tischen) www.3pavari.lv

***Brauerei Valmiermiza hervorragende Biersorten inkl. Malzbier und sehr gutes Essen http://www.valmiermuiza.lv/en/

***Freizeitpark Ramkaini samt Restaurant Vitinkalni www.ramkaini.lv

**Hotel Sigulda www.hotelsigulda.lv

***Jonathan Spa Luxury Hotel (von Russin geführt) www.jonathanspahotel.lv

***CountryLandhaus Karlamuiza sehr gutes Frühstücksbufett www.karlamuiza.lv

*Valmieras Restaurant (Wolmar Hotel) http://www.wolmar.lv

*Restaurant Fazenda im 6. Stock grandioser Blick www.fazenda.lv

fotocredit: ifpa/GN