Das Land, das keinen mehr los lässt

Majestätische Ströme, röhrende Hirsche, flüsternde Sterne, Sibirien öffnet seine Naturschätze für sanften Tourismus

Läßt man die bekannten Stereotype in Bezug auf Sibirien einmal ganz beiseite, bleibt einem eigentlich nur das andere Extrem: Ein Land zu beschreiben, das keinen mehr loslässt, der es einmal bereist hat. Und obwohl Sibirien unendlich viel mehr zu bieten hat als seine atemberaubende Natur – von kulturellen Schätzen, familienfreundlichen Ressorts und vielem mehr, muß an anderer Stelle berichtet werden , ist es gerade diese Natur, die dem Reisenden die intensivsten Eindrücke verschafft.

 

Zwei Wochen quer durch Wald und Taiga

Davon ist nach der Ladung in Krasnojarsk zwar noch nicht viel zu spüren – unsere zweiwöchige Sibirien Tour startet in der drittgrößten Stadt der Region, die nahezu eine Million Einwohner zählt. Aber uns zieht es ja ohnehin aufs Land: das nahe gelegene Naturschutzgebiet Stolby lockt mit ausgedehnten, einfach zu bewältigenden Wanderrourten durch bewaldetes, niedriges Bergland. Sie führen auch zu den berühmten bis zu 100m hohen Felssäulen (dh. der Name des Parks Stolby), die als achtes Weltwunder gelten und an Schönheit sogar den Baikal in den Schatten stellen sollen. Trotz dieses Anziehungspunkts ist man hier fast allein unterwegs nd kann – im August übrigens bei ähnlichen Temperaturen wie in Deutschland – die Ruhe einer nahezu unberüht scheinenden Waldlandschaft genießen.

Fischen, Wandern, Sterne zählen

Der Nachtzug hat die nächste Station der Reise zum Ziel: Frühstück in Abakan, am nördlichen Rand des geschichtlich hoch interessanten Sayan Gebirges. Hier ist die Entschleunigung bereits perfekt, der Reisende endgültig angekommen: Der Jeep bringt kleine und kleinste Gruppen hinaus aus der Stadt und damit weg von der Zivilisation. Klettern, Wandern, Kanutouren in die berührte Wildnis unternehmen – und bei genügend Zeit im Gepäck im Zelt übernachten und bis zur Dämmerung angeln. Hier scheinen , weitab von der Stadt nicht nur Gerüche und Farb en intensiver. Die Nacht ist hier auch um Milliarden von Sternen reicher. Wer all dies genießen, dabei aber auf Komfort nicht verzichten möchte, dem steht statt dem Zelt sogar einsames gelegenes Drei Sterne Sporthotel zur Verfügung, Im Winter ist die Gegend ein Geheimtipp für Langlauf- und Alpin Ski berühmt

 

Wanderung über den Sajan Paß

Trainierte Anderer können von hier aus eine mehrtägige Tour über die Sajanberge ins benachbarte Tuva unternehmen. Belohnt werden sie am Ziel mit einer Erfahrung, die sibirische Nomaden seit Jahrhunderte teilen: Leben, Speisen und Schlafen in Jurten, den großen Zelten der Rentierzüchter, die von einem Lagerfeuer in der Mitte geheizt werden können. Wer tiefer in diese stark buddhistisch geprägte Kultur eintauchen möchte, findet dort zudem vielen Sehenswürdigkeiten: Tempel, Museen und gastfreundliche Familien die sich bereitwillig für die Besucher öffnen.

 

Mit der Natur alleine

Wer lieber mit sich und der Natur allein bleiben möchte, macht sich an dieser Stelle auf die zweite Hälfte der Tour zu absolvieren: von Krasnojarsk über Novosibirsk und Bijsk in den wilden Altai. In diesem riesigen, gebirgigen Naturschutzgebiet ist nicht nur von Klettern über Mountainbiking und Rafting bis Gletscherwandern zu jeder Jahreszeit alles möglich, was Spaß macht und ein intensives Naturerlebnis ermöglicht.

Sibirien die Region der Vielfalt der unberührten Natur und der überwältigenden Gastfreundschaft öffnet sich seit wenigen Jahren zunehmend für einen behutsamen Tourismus – und bündelt seine Angebote, um sich als attraktive Destination für Natur- und Aktivurlauber einen Namen zu machen