Eine Bahnlinie von 1300 km

Die Inlandsbanan erstreckt sich von Kristinehamn im Süden bis nach Gällivare im Norden

 

Die „Inlandsbanan“ (nein, das ist keine Tropenfrucht) ist eine Bahnstrecke, die Schweden in Nord-Süd-Richtung durchquert. 1937 wurde sie von Kronprinz Gustav Adolf eingeweiht. Ein Gedenkstein in Jokkmokk erinnert daran. Nach 1950 verlor die Bahn leider rasch an Bedeutung wegen dem aufkommenden Autoverkehr; 1990 plante die Regierung sogar die Stilllegung der Inlandsbanan, was zu starken Protesten der Bevölkerung führte, die ihre Bahn auf keinen Fall verlieren wollten. Heute hat die Inlandsbanan für den Personenverkehr nur noch Bedeutung.

 

Speziell in den Sommermonaten vom 19. Juni bis 3. September wird die Bahn von vielen Touristen genutzt - es gibt täglich zwei Abfahrten zwischen Mora-Östersund und Östersund-Mora.

Um die, auf der Strecke liegende Sehenswürdigkeiten einerseits zu besichtigen oder sich zu stärken und andererseits um den Elchen und Rentieren das sichere Überqueren der Gleise zu gewährleisten, werden immer wieder Bahn-Zwischenstopps eingelegt. Die lange Zugreise führt über wilde Flußläufe, ausgedehnte Moore, tiefe Schluchten und Nutzwälder. So gestalte sich die Reise abwechslungsreich und kurzweilig.

www.grandnordic.se

Ist etwa die Hälfte der Strecke zurückgelegt, erreicht die Inlandsbanan die größte Stadt auf dieser Strecke, und zwar Östersund in der Region Jämtland mit 60.000 Einwohnern; die Stadt liegt am fünftgrößtem See Schwedens, dem Storsjön. Für das in Östersund befindliche Volkskunde- und Freilichtmuseum Jamtli Historieland sollte man sich unbedingt Zeit nehmen. Hier kann man eine Vielzahl von historisch schwedischen Bauernhöfen aus verschiedenen Epochen besichtigen. Die Geschichte der Region verkörpert sich hier und läßt die Besucher am Rollenspiel der Menschen aus dem 18. und 19. Jahrhundert teilnehmen. In das Innere des Museums führt eine Rutschbahn in die unterirdischen Ausstellungsräume. Zu Bestauen sind u.a. ein steinzeitlichen Siedlungsplatz, die Spuren der Sami und ihre Rentiere, tausend Jahre alte Teppiche aus Öyerhogdal - die vollständig erhaltenen Webmuster sind die ältesten in ganz Europa - sowie die heimische Tierwelt.

www.jamtli.com

 

 

Die Elchfarm Moose Garden in Orryiken bei Östersund zählt auch zu den Besonderheiten dieser Gegend. Sune Häggmark, „der Herr der Elche“, zeigt den Besuchern, dass der Elch mehr ist als der König der Wälder. Er zieht auf seinem Hof verwaiste Elchkälber groß, stellt geruchloses Elchpapier aus Kotkügelchen her und ganz Mutige haben die Möglichkeit Eis und Milchshakes aus Elchmilch zu verkosten. Eine Besonderheit auf der Farm: Häggmark’s zahme Elche „Evira & Helge“, zwei von mehreren ausgewachsenen Elchen, die man mit Kartoffeln füttern und streicheln kann. Ausgewachsene Elche werden bis zu 700kg schwer und drei Meter hoch. 2003 gewann Moose Garden den 2. Preis des Scandinavian Travel Award. Übrigens ist der Elch das Landschaftstier von Jämtland.

www.moosegarden.se

Der nördliche Abschnitt von Östersund bis Gällivare ist der längste Teil der Fahrt. Ein Zwischenstopp zum Batsuoj Sami Camp – nahe Slagnäs – ist ein unbedingtes Muß. Ein Bus, gefahren von Lotta (sie lebt in der Tradition der Sami), fährt Interessierte zum Camp. Während der Fahrt erfährt man schon viel von der Tradition, Kultur, dem Leben und den Rentieren der Samen, die ein Volk der Sonne und des Windes sind; angekommen im Dorf wird ein Lagerfeuer entfacht – dabei wird rabenschwarzer Kaffee aufgesetzt – und Lotta, sie erzählt tiefgründige Geschichten über das Leben mit und von der Natur, von Elchen, Rentieren und deren Nutzung; von ihren Vorvätern und deren Jagdtraditionen z.B. der Bärenjagd.

www.algonet.se/same-id

 

 

Der große Bruder Bär ist tief im samischen Schamanismus verankert. Er wird nur in tiefster Not getötet – denn er ist ein Freund, vor dem man großen Respekt hat. Die „Bärengräber“ sind Zeugen dieses Rituals; dabei werden die Knochen des Bären an die Tötungsstelle überführt und dort bestattet, damit die Seele des Tieres Frieden finden kann.

Nach den Geschichten und dem fast mystischen Abend mit Lotta, umgeben von zahmen Rentieren – eine kaum zu beschreibende Idylle, kann man in der traditionellen hölzernen Behausung der Samen genannt „Kote“ – auf Birkenästen , Rentierfellen und einem Schlafsack - übernachten und am offenen Feuer Rentierfleisch, Fisch und Brot verkosten.

Am frühen Morgen nach einem finnischen Saunabesuch (im Camp), ist ein Bad im See bestens zu empfehlen – die erfrischende Wirkung des Wassers belebt Geist und Seele und ist den ganzen Tag über spürbar. Gut gelaunt geht die Fahrt weiter nach Arjeplog. Hier sollte man unbedingt das Museum des Lappland-Arztes Elnar Wallquist – „Doctor’s house“ und das seit 1965 bestehende Silbermuseum besichtigen. Es beherbergt eine Sammlung samischer Silbergegenstände. Lappensilber nennen sich die großen, durchbrochenen Schmuckstücke, die heute noch als Erbstücke oder im Silbermuseum zu bewundern sind.

 

Arjeplog hat sich aber auch einen Namen in der Autoindustrie gemacht. Namhafte Hersteller aus aller Welt testen ihre neuesten Modelle auf Wintertauglichkeit. Die hervorragenden klimatischen Verhältnisse in dieser Region und deren Abgeschiedenheit gewährleisten auch die Durchführung von professionellen Fahrtrainings für interessierte Fahrer, die ihr Fahrzeug im Alltag besser beherrschen möchten; das geht so weit, dass sogar in der Schule von Arjeplog das Fach "Automobil-Technik" unterrichtet.

 

Über Arvidsjaur – angelegt 1605 im Zuge der Christianisierung Lapplands – geht es weiter nach Jokkmokk, der zweitgrößte Gemeinde Schwedens, die am Polarkreis liegt. In der Kommune liegt auch das von der UNESCO Weltkulturerbe Laponia, mit den großen Nationalparks Sarek, Padjelanta, Stora Sjöfallet und Muddus. Sie ist Europas größte Naturlandschaft und teilweise noch unbeeinflußt. Sehenswert ist auch das alte Kraftwerk in Porjus, das von 1910-1915 erbaut wurde. Das Kraftwerk ist renoviert und dient heute als Museum, da es zum nationalen Baudenkmal erklärt wurde. 50m unter Tage kann man die Maschinenhalle in ihrem ursprünglichen Zustand besichtigen.

Dort, wo die Inlandsbanan den nördlichen Polarkreis erreicht, stoppt die Bahn für einige Minuten – und für viele Reisende kommt jetzt sicherlich einer der Höhepunkte dieser Reise: das „Polcirkeln“ – dh. wer will kann aussteigen, um den Polarkreis traditionsgemäß zu überspringen. Nach dieser Zeremonie ist dem „Polarkreisüberspringer“ ein Zertifikat sicher

 

Endstation der Inlandsbanan ist Gällivare; sie ist der Hauptort der Gemeinde Gällivare in Schwedisch-Lappland, 70km nördlich des Polarkreises. Der Ort liegt in der Provinz Norrbottens Iän. Er ist Ausgangspunkt zu der mächtigen lappländischen Bergwelt. Der kulturelle Höhepunkt Gällivares ist das Mückenmuseum. Dieses einzige Museum der Welt liegt entlang der Inlandbanan am Moor Sjaunja und hat garantierten Mückenzugang. Mit Kontrasten der Mitternachtssonne auf dem Gipfel des 823m hohen Dundret bis zu einem erlebnisreichen Besuch im Bergwerk 1000m unter der Erde ein würdiges Etappenziel.

Endstation der Inlandsbanan ist Gällivare; sie ist der Hauptort der Gemeinde Gällivare in Schwedisch-Lappland, 70km nördlich des Polarkreises. Der Ort liegt in der Provinz Norrbottens Iän. Er ist Ausgangspunkt zu der mächtigen lappländischen Bergwelt. Der kulturelle Höhepunkt Gällivares ist das Mückenmuseum. Dieses einzige Museum der Welt liegt entlang der Inlandbanan am Moor Sjaunja und hat garantierten Mückenzugang. Mit Kontrasten der Mitternachtssonne auf dem Gipfel des 823m hohen Dundret bis zu einem erlebnisreichen Besuch im Bergwerk 1000m unter der Erde ein würdiges Etappenziel.

 

Keinesweg aus Schweden abreisen sollte man aber, ohne dass man die „Absolut Ice Bar“ besucht hat: sie wurde 2002 in Stockholm eröffnet – jährlich kommen um die 70.000 Besucher, um dieses Eiskunstwerk zu bewundern. Jeder Besucher bekommt einen silbrig-glänzenden Polarponcho mit Fellhaube und großen Fäustlinge sowie Moonboots für die Füße, damit der Gast nicht „erfriert“. Die Raumtemperatur liegt konstant bei minus 5 Grad. Alles hier ist aus Eis: die Stehtische, die Theke, die Skulpturen und das Mauerwerk. Selbst die Gläser, in denen die Drinks serviert werden, sind aus gefrorenem Wasser.

 

 fotocredit: ifpa