Serbische Klöster, christlich-orthodoxes Kulturerbe

In Serbien gibt es mehr als zweihundert Klöster, von denen 54 zu kulturellen Monumenten deklariert wurden. Versteckt in dichten Wäldern, gelegen unter Felsvorsprüngen oder an ursprünglichen Gebirgsflüssen, begünstigt ihre zumeist einsame Lage die Stille des Klosterlebens. Trotz ihrer Abgeschiedenheit waren serbische Klöster stets ein Ort der Zusammenkunft und Zuflucht und stehen bis zum heutigen Tag Besuchern offen.

Im Mittelalter waren Klöster von herausragender Wichtigkeit. Die Kirche beinflusste die Entwicklung der europäischen Kultur, stille Rückzugsorte zum Pilgern und Beten waren zugleich wichtige Stätten der Bildung und Kunst. So errichteten zu jener Zeit auch serbische Herrscher statt prunkvoller Paläste bescheiden anmutende Klöster, die bis zum heutigen Tag Zeugnis des Glaubens und der Kreativität ihrer Epoche sind. Diese architektonischen Kleinode kann man in ganz Serbien bewundern. Viele offenbaren ihre wahre Pracht erst im Innern, etwa durch beeindruckende Fresken.

 

Ein wichtiges Zentum der serbischen Kultur ist das Fruska Gora Gebirge, das häufig als heiliger Berg Serbiens bezeichnet wird undmit mehr als einem Dutzend mittelalterlicher Klöster als einer der drei heiligen Berge in der christlich-orthodoxen Welt gilt.Auch in der Gegend um die Ovcar-Kablar Schlucht wurden in einem kleinem Gebiet zahlreiche Klöster errichtet, von denen elf heute noch existieren. Diese Klöster sind zugleich Symbol orthodoxer Spiritualität und serbischer Identität. Über Jahrhunderte fanden Flüchtlinge in ihnen Unterschlupf, auch in Zeiten mittelalterlicher Auseinandersetzungen wurden hier stets noch Bücher vervielfältigt, kunstvolle Fresken erstellt und Ikonen gemalt.

Bei Stari Ras, im Südwesten des Landes, ließ der Begründer des serbischen Staates Stefan Nemanja weitere Klöster errichten, darunter Studenica und Sopocani, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen und an den Kontakt der westlichen Zivilisation mit der byzantinischen Welt erinnern.

 

Einige Klöster sind Teil der europäischen Kulturroute Transromanica, darunter Zica, Studenica, Gradac, Durdjevi Stupovi und Sopocani. Die Aufnahme romanischer Elemente in der mittelalterlichen Baukunst Serbiens geht auf die Raska-Schule zurück, die sich durch kreuzförmige Basiliken mit einer Kuppel auszeichnet. Die ersten Einflüsse der romanischen Kunst erreichten Serbien von Westen aus über Italien. Während der romanische Stil vor allem in der Architektur und in Skulpturen zum Ausdruck kam, wurde die Malerei stark durch die byzantinische Kunst beeinflusst.

Obwohl die meisten Klöster jahrhunderte alt sind, sind sie auch heute aktive Zentren des spirituellen Lebens, wo Mönche sich traditionellen Tätigkeiten und dem Gebet widmen. Menschen, die im Trubel der heutigen Zeit einen Rückzugsort der Ruhe und Meditation suchen, können in einem solchen serbischen Kloster übernachten. Zum Schnuppern bieten mehrere Veranstalter Reisen mit Klöster-aufenthalten an. Längere Aufenthalte können in Absprache mit einzelnen Klöstern organisiert werden.

 www.serbia.travel/download/ brosure/karta_manastira_eng_1edition.pdf