Diesmal geht's in die Südtürkei

Der Landstrich zwischen Kemer und Alanya - Antalya

Wir befinden uns am Landeanflug Richtung „Türkischer Riviera“ – Antalya ist bereits deutlich erkennbar. Wir, eine kleine Gruppe von Österreichern auf Türkei-Entdeckungstour. Es herrscht ein bißchen Aufregung im Flugzeug. Nicht alle Mitreisenden kennen das vom einsamen, felsigen Küstendorf zum internationalen Tourismuszentrum avancierte Antalya.

 

Viel versprechende Prospektbilder im Kopf, ein bißchen Zweifel an der Wahrheitsliebe der Gestalter dieser Folder, so steigen wir aus dem Flieger und betreten den türkischen Flughafen. Geduldig wartend auf den uns zugeteilten Reiseführer - was offensichtlich auch die russische Reisegruppe macht, die mit uns im Flugzeug war.

Russia State“ (St.Petersburg), Tartaristan (Jekaterinburg), Corendon (Tel Aviv) und Fin Air (Helsinki) auf einer Anzeigentafel im Flughafengebäude sind weitere Namen, die mir im Rahmen der Ankunft in Antalya mehr internationales Flair vermitteln als alle Reiseprospekte zusammen.

 

Für unsere Gruppe richtig los ging’s erst als Reiseführer „Nev“ erschien und uns in türkischer Landessprache „türkiye ye hosgeldiniz“ (herzlich willkommen) hieß. Sein Charme und die Art wie er uns auf die kommenden Türkei-Tage einstimmte, ließen Vorfreude und Neugierde „auf die Küste des Lichts“ aufkommen.

Während der Busfahrt zum Hotel erfuhren wir schon Einiges über die türkische Südküste und unser Hotel. Die Türkei hat kilometerlange Sandstrände, ist ein Paradies für sportliche Aktivitäten wie Segeln, Tauchen, Angeln, Golfen, Wandern, Gleitschirmfliegen, Rafting und Klettern; aber auch Sonnenanbeter, Familien, Wellness-Begeisterte oder Hobbyarchäologen (unzählige antike Stätten) kommen auf ihre Rechnung. „Reise-Ausgangspunkt wird Antalya, der krönende Abschluß die Stadt Alanya sein.

 

„Sie ist eines der attraktivsten Touristenziele der Türkei und zwar so wie sich die Türkei modern und gegenwartsorientiert präsentiert“, erklärt Nev.

 

Angekommen im 5*-Papillon Aysha Hotel waren wir völlig überwältigt von der Eleganz, dem Komfort, einem Hauch von Orient und der Zuvorkommenheit des Personals. Sieht man sich im Hotel um, was alles geboten wird - Wellness- & Spa Bereich mit türkischem Hamam, Sauna und fernöstlichen Massagetechniken, 150m langer Sandstrand und wunderschöne Gärten rund um die Pools, Businesscenter und 24-Stunden Service, Luxus-Appartements mit Jacuzzi, Hotel- und Snackbar, Wassersportaktivitäten, Unterhaltungsprogramme und eine große Auswahl an Restaurants mit einer Vielzahl internationaler Köstlichkeiten – so steht fest: hier ist der Gast „Pascha“ und kann dem Luxusleben garantiert! frönen.

Geradewegs zur Hotelbar auf einen Schlummertrunk, stellte sich mir die Frage: ein Bad im phantastische Pool zwischen Sandstrand, Strandbar und Hotelanlage zu nehmen oder die luxuriöse Suite aufzusuchen - die zu bewohnen einer der für mich erholsamsten Punkte dieser Reise war – die Entscheidung fiel letztendlich auf das „Kingsize Bett“ in der geräumigen Suite.

 

Früh morgens bestens ausgeruht lockte Strand und die Sonne, doch unser Programm mit fixem Zeitplan und Nev’s hochineressant zusammengesellte Ausflugstour machte es uns nicht wirklich schwer, aufs Bad im Meer zu verzichten, um u.a. in einen Landstrich aufzubrechen, der nicht umsonst den Beinamen „Riviera“ erhalten hat - nach Antalya: sie ist die größte Stadt der Region mit einer historisch romantischen Altstadt namens „Kaleici“ – gelegen auf einem Felsplateau 40m über dem malerischen Hafen.

Die Altstadt hat Vieles zu bieten: verwinkelte Gäßchen, osmanische Häuser, das Hadriantor (der einstige Eingang zur Stadt), das 38m hohe Yivli Minarett (Wahrzeichen Antalyas), die Moscheen Alaeddin und Murat Pascha, der Gewürzbazar, das archäologische Museum (u.a. Götterstatuen und Sarkophage zu sehen), der alte Hafen und wunderschöne Strände vor der Kulisse des Taurusgebirges, die Flaniermeile „Atatürk Caddesi“ entlang der alten Stadtmauer und wie kann es anders sein - Türkei`s traditionelle Schuhputzer.

Ein besonderes Highlight in Kaleici sind die schattigen Teegärten mit atemberaubendem Blick auf den darunter liegenden Hafen – die einladen, die Seele baumeln zu lassen.

Faszination übte Side (bedeutet „Granatapfel“) auf mich aus - gelegen auf einer Halbinsel zwischen den Städten Antalya und Alanya im Bezirk Manavgat. Traumhafte Sandstrände - sie zählen zu den schönsten der Türkei, gemütliche Einkaufsstraßen oder einheimische Restaurants verleihen diesen Touristenort ein besonderes Flair. Side’s Attraktion sind die Meeresschildkröten, die man in Strandnähe beobachten kann. In der Antike war Side eine bedeutende Hafen- und Piratenstadt in der Region Pamphylien.

 

Heute noch erhaltene Sehenswürdigkeiten sind u.a. Reste einer byzantinischen Basilika, der 5-säulige Appollo-Tempel direkt am Hafen, das einzig freistehende Amphietheater mit wunderschönem Blick auf die Bucht und Überreste der alten Stadtmauer; sie machen Side zu einem Freilichtmuseum der besonderen Art.

Der sehenswerte Wasserfall von Manavgat im Manavgat Fluß ca. 10km von Side entfernt ist zwar nicht hoch wirkt dafür aber in seiner Breite sehr imposant und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Der hier stattfindende wöchentliche Bazar ist mittlerweile die Touristenattraktion.

 

Die nächsten Ziele unser Besichtigungstour führten nach Aspendos zum antiken Theater, das Teil der antiken Stadt Aspendos ist; es wurde unter Kaiser Marc Aurel im 2. Jahrhundert gebaut. Das Theater ist das best erhaltenste der Antike mit 30m hoher Wand des Bühnengebäudes und Arkaden über den Sitzreihen. Die Kolossalfassade hinter den letzten Sitzreihen ist noch gut erhalten – sie lässt wunderschöne Verzierungen erahnen. Aber auch der Aquädukt, ein Stadttor sowie Nekropole zeugen von der einstigen Pracht.

Heute wird das Theater wieder für kulturelle Veranstaltungen, Konzerte, Opern- und Ballettfestivals benutzt (2005 war „Wetten dass“ hier zu Gast); es bietet ca. 20.000 Personen Platz und eine unerklärbare Akustik beherrscht das Theater, sodass Verstärker und Mikros ihre Bedeutung verlieren. Zwischen dem Theater und dem Stadium führt ein kleiner Pfad zur Akropolis.

 

Im Garten der Religionen (Dinler Bahcesi), einem spirituellen Ort in Belek stehen die Gotteshäuser der drei monotheistischen Religionen nur wenige Schritte voneinander entfernt. Christen, Muslime und Juden sollen ein friedliches Miteinander und Toleranz forcieren (in der Türkei leben dzt. 70 Mill. Muslime, 20.000 Juden und 100.000 Christen).

Nach dem Aufenthalt an diesem "spirituistischen Ort", der uns wieder neue Kräfte für weitere Touren verlieh, stand ein Kurzbesuch in Belek am Programm: ein neu gegründetes Touristenzentrum für denaufstrebenden Golftourismus; es gehört mittlerweile zum größten Golfzentrum der Türkei. Sechs Golfclubs mit internationalen Standards, private Clubs, 13 Golfplätze und Golf-Hotels stehen den Golfbegeisterten zur Verfügung.

 

Sehenswert in Belek: die “Regenschirme“ der Kieferbäume – aufgrund der Baumgröße und des langen Stammes wirken die Baumkronen wie „Schirme“.

 

Die antike Stadt Perge, 18km nordöstlich von Antalya und eine der meistbesuchten Stätte in der Türkei. Sie war neben Side die wichtigste Stadt in Pamphylien. Interessantes und sehenswertes Ruinengelände, die lange Kolonnadenstrasse vom Südtor zum Akropolisberg und das dominante doppeltürmige hohe Tor mit hufeisenförmigen Hof prägen diese Stadt. Das in römischer Zeit umgebaute Theater für ca.14.000 Zuschauer und Stadion befanden sich außerhalb der Stadttore.

 

Die Kursunlu Wasserfälle, über mehrere Ebenen verteilt, ca. 10km von Perge entfernt - bieten ein grandioses Schauspiel der Wassermassen. Das angenehme Klima und das hellgrüne Wasser - Heimat von hunderten Forellen und Wasserschildkröten - machen diesen Naturpark zum Geheimtipp für alle, die sich „Erholen“ möchten.

Ein unbedingtes Muß die Fahrt über Kemer (ehemaliges Fischerdorf - heute erholsamer Urlaubsort) zu einem der schönsten Naturschutzgebiete, dem Olympos Nationalpark (Gesamtfläche von 700ha) der von dem 2.366m hohen Tahtali Dagi, einem einzigartigen Bergmassiv geprägt wird. Hauptattraktion des Nationalparks sind die „ewigen Flammen“ auch Chimera genannt (ein Naturphänomen seit der Antike: durch unterirdische Ergasquellen gespeist, brennen sie direkt aus dem Felsen).

Die bekanntesten Städte, die zum Gebiet des Parks gehören sind die alte Ruinenstadt Olympos, das antike Phaselis und die dazugehörigen unberührten und wunderschönen Strände. Folgt man den Ruinen der antiken Stadt – die bis nahe an den kilometerlangen Cirali Strand reichen - (eine Sensation hier sind die Meeresschildkröten (Caretta), die bei Nacht herkommen, um ihre Eier abzulegen), gelangt man zu einer altertümlichen Hafenmauer, einem verfallenen Theater, einer byzantinischen Basilika, einer Brücke sowie einem Friedhof mit vielen lykischen Steinsarkophagen in der Nähe des Strandes.

 

Die antike Hafenstadt Olympos wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. gegründet und war bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. bewohnt. Ein Geheimtipp: die grün umwucherten Ruinen von Olympos, sie liegen an einem kleinen Bach und sollen ein verwunschener Ort sein.

Wer die Idylle dieses reizvollen von Oleander- und Lorbeerbüschen bewachsenen Bergtales länger genießen möchte, hat die Möglichkeit im Kadir`s tree houses Olympos zu übernachten, ein „Jugend-Gästehaus im Westernstil“- gepflegt und preiswert.

 

Die antike Hafenstadt Phaselis, ca. 15km von Kemer entfernt, liegt auf einer kleinen Halbinsel am Fuße des Taurusgebirges im Nationalpark Olympos unmittelbar an der Küste. Der besonderen Form hat Phaselis seiner einzigartigen Bedeutung als Stadt mit drei natürlichen Häfen zu verdanken. Gut erhalten sind noch: u.a. antike Wellenbrecher im Nordhafen, Amphietheater, Agora, Thermen oder der auf rund 400m gut erhaltene kaiserzeitliche Aquädukt entlang der Stadt. Die ruhigen Buchten eignen sich ideal zum Relaxen, Baden oder Angeln – ein Muß für jeden Kemer- Urlauber.

 

Abschluß unserer Reise bildete die Fahrt nach Alanya, im östlichen Küstenteil der Türkischen Riveria. Am Fuße des stattlichen Burgberges vor dem Massiv des Ak Dagi gelegen, ist Alanya eines der attraktivsten Touristenzentren der Türkei. „Den Charme des Ortes macht das Vorgebirge mit subtropischen Grün um die Ruinen der Seldschuken Burg aus“, erklärt Nev.

Unbedingt besichtigen sollte man: die Burg von Alanya (die Aussicht ist atemberaubend), der 33m hohe achteckige am Hafen befindliche Rote Turm in Backsteinbauweise, die Seldschukische Schiffswerft (zum Meer hin offene Galerien), der Burgberg von Alanya mit dem alten Stadtzentrum, Moschee und Karawanserei.

 

Der alte Stadtteil Tophane unterhalb der Burg bietet einen schönen Ausblick auf einige der hundert Jahre alten Häuser.

 

„Kulinarisch auf die etwas andere Art“ verwöhnt wurden wir im Straßendorf Ulupinar bei Olympos, dem Zentrum der Forellenzucht und im Fluß-Restaurant Dim Cay bei Alanya, wo die Tische und Stühle im flachen Wasser des Dim Flusses stehen und man beim „Genießen typischer türkischer Spezialitäten“ auch den Beine im kühlen Naß Wohltat verschafft.

 

 

Fazit dieser Reise: Ein „unbedingtes Muß“, die Türkei als Reisedestination ins Auge zu fassen: sie bietet für jeden „Geldbeutel“ das Richtige und ist „das“ Paradies für erlebnis- aber auch erholungssuchende Urlauber.

 

Reiseinfos

*****Papillon Ayscha, Belvil, Zeugma

 ****Papillon Muna

Papillon Golf Resort – The Montgomery

www.papillon.com.tr

 

*****Glora Golf Resort

www.gloria.com.tr

 

Kadir’s Tree Houses Olympos

www.kadirstreehouses.com

 

Olympos Lodge

www.olymposlodge.com

 

 

Ulupinar„Forellen“-Restaurant in Olympos

www.ulupinarbotanikrestaurant.co

 

fotocredit: ifpa