Reisekrankheiten vermeiden

Reisekrankheiten können den schönsten Urlaub vermiesen. Ein Internist verrät im neuen Vinzenz magazin, wie sich Fernreisende vor den häufigsten Erkrankungen schützen und was sie im Notfall tun können.

 

Die schönste Zeit des Jahres – und dann verbringt man sie nicht am Strand, sondern auf der Toilette des Hotelzimmers. Denn leider ist Reisedurchfall die mit Abstand häufigste Urlaubserkrankung. Der Grund dafür: Wir Österreicher sind einen sehr hohen Hygienestandard gewöhnt und viele von uns beim Genießen fremder Speisen und Getränke einfach nicht vorsichtig genug.

Erfolgreich schützen kann man sich, wenn man die Devise „Cook it, boil it, peel it or leave it“ befolgt – also nur sauberes abgekochtes Wasser trinkt und keine rohen bzw. ungeschälten Nahrungsmittel ißt. Wer trotzdem erkrankt, sollte ausreichend sauberes Mineralwasser oder Tee trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Vor allem Reisende mit Kindern sollten besonders aufpassen. Denn: „Während die Reisediarrhoe bei Erwachsenen eher nur lästig ist, kann diese Erkrankung für Kinder durchaus gefährlich werden“, warnt Internist Gerd Bodlaj, Oberarzt im Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien.

Aber auch Übelkeit, Gelbsucht, Sonnenstich und Hautschäden können einem den Urlaub nachhaltig verleiden. Bei Magenproblemen empfiehlt Bodlaj Urlaubern die Auslöser zu identifizieren und zu meiden. Eine weitere Urlaubserkrankung ist die Hepatitis. Die Erreger der Leberentzündung lauern nicht nur bei Tropenreisen, auch in Mittelmeerländern besteht hohe Ansteckungsgefahr durch verunreinigte Lebensmittel und verschmutztes Trinkwasser. Daher empfiehlt der Internist eine kombinierte Hepatitis A- und B-Impfung. So sollte einem tollen Urlaub nichts im Wege stehen.

 

Endometriose – das unbekannte Frauenleiden

Der zweithäufigsten gynäkologischen Erkrankung widmet sich ein weiterer Beitrag im neuen Vinzenz magazin. Denn trotz ihres oftmaligen Auftretens ist die gutartige, aber chronische Erkrankung kaum bekannt. Dementsprechend „dauert es im Schnitt fünf bis sieben Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird beziehungsweise die richtige Behandlung stattfindet“, erklärt Dr. Radek Chvatal, Leiter der neu gegründeten Endometriose-Spezialambulanz am St. Josef Krankenhaus in Wien-Hietzing. Bei Endometriose, von der Schätzungen zufolge rund 15 Prozent aller Frauen zwischen 15 und 45 Jahren betroffen sind, wächst die

Gebärmutterschleimhaut an Stellen außerhalb der Gebärmutter und löst dort analog zum Menstruationszyklus Blutungen aus. Da das Blut jedoch nicht abfließen kann, sind Zysten, Verwachsungen, Entzündungen und Vernarbungen die Folge. Chvatal: „Die betroffenen Frauen haben oft starke Schmerzen. In vielen Fällen ist die Erkrankung auch der Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch.“

In der neuen Ambulanz kann nun durch den Experten die richtige Diagnose gestellt und die Erkrankung mittels einer Kombination von chirurgischer Entfernung und Hormongabe behandelt werden.

 

Allianz gegen Hautkrebs

Wie man sich richtig vor Hautkrebs schützt und wer besonders gefährdet ist, weiß ein Experte aus dem Ordensklinikum Linz Elisabethinen. Oberarzt Helmut Kehrer kooperiert deshalb auch mit dem Österreichischen Skiverband, dessen Skistars beim Training auf den Gletschern besonders intensiver UV-Strahlung ausgesetzt sind. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel setzt bei diesem Projekt auf Vorbildwirkung: „Wir sind überzeugt, dass neben unseren Spitzensportlern auch viele Freizeitsportler

davon profitieren werden.“ Die Tipps des Hautarztes: „Einen hohen Sonnenschutzfaktor mit UVA- und UVB-Schutz wählen und alle zwei bis drei Stunden auftragen, denn eine Schicht hält nicht den ganzen Tag.“

Zur regelmäßigen Kontrolle sollen „hellhäutige Menschen mit vielen Muttermalen, familiärer Vorbelastung oder jene, die große auffällige Muttermale haben.“ Alle anderen sollten zumindest dann zum Arzt, wenn Muttermale neu auftreten, jucken, bluten, mehrfärbig werden oder sich rasch vergrößern.

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